Die erste Synagoge

Auf dem Stadtplan von 1837 ist die erste Synagoge als blaues Quadrat links oben in der Hessengasse zu sehen.

 

Erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts lebten dauerhaft Juden in Frankenthal. Der Stadtrat weigerte sich bis 1770, Juden aufzunehmen und sie versuchten vergeblich, in die Stadt zu ziehen.

 

Erst 1771 wurde der erste „Schutzjude“ in Frankenthal zugelassen und um 1785 wurde die erste Israelitische Kultusgemeinde unter dem Vorsteher Elias Durlacher gegründet.

 

1787 lebten in der Stadt zehn jüdische Männer, genug für einen Minjan, das heißt für eine jüdische Gebetsversammlung. Jetzt war auch der Bau einer Synagoge nötig geworden.

Wahrscheinlich gab es jedoch schon vorher einen besonderen Raum in einem jüdischen Wohnhaus in der Sterngasse, der als sogenannte Betstube fungierte.

 

Im April 1787 wollte die jüdische Gemeinde, zuerst in der Lambsheimer Gasse, der späteren Bahnhofstraße, ein Haus kaufen und eine Synagoge bauen. Dazu kam es aber aus unbekannten Gründen nicht.

 

Stattdessen wurde im selben Jahr in der Hessengasse, der heutigen Glockengasse, das Anwesen von Schlosser Jakob Kirchner zum Neubau einer Synagoge gekauft. Der Kauf kam nur durch Auszugsdrohung der Juden zustande. Dazu nahm man einen Kredit von 2200 Gulden auf.

 

1791 war die erste Frankenthaler Synagoge fertiggestellt, über deren Umfang aber nur noch der Katasterplan von 1837 unterrichtet. Es handelte sich um einen von der Glockengasse nach Osten versetzten Bau, zum Eingang gelangte man über einen Vorhof. Wann dieser Bau und aus welchen Gründen abgerissen wurde, ist bisher unbekannt.