Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal

Mitteilungen an die Medien

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Frühe jüdischen Gemeinden

in Speyer, Worms und Mainz  (SchUM)

Vortrag mit Fotos am 22. März 2022

Der Heilige Sand in Worms gilt als ältester jüdischer Friedhof Europas. Er dürfte gleichzeitig mit dem Bau der ersten Synagoge in Worms (1034) angelegt worden sein.

Im Juli 2021 wurden die SchUM-Stätten in Speyer, Worms und Mainz zum UNESCO-Welterbe ernannt. Dazu gehören der Speyerer Judenhof, der Wormser Synagogenbezirk sowie die alten jüdischen Friedhöfe in Worms und in Mainz. Die Bezeichnung SchUM setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der drei hebräischen Städtenamen: Schpira, Warmaisa und Magenza.

 

Der Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal informiert in einem Vortrag mit zahlreichen Fotos am

 

Dienstag   22. März 2022

19 Uhr

im VHS-Bildungszentrum

Schlossergasse 10

 

über

 

Frühe jüdische Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz (SchUM)

 

Referent ist Herbert Baum

 

Der Eintritt ist frei

 

Eine Kooperation der Volkshochschule Frankenthal und des Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal

 

Die Mikwe in Speyer wurde zirka im Jahr 1128 gebaut. Sie ist das älteste erhaltene Ritualbad in Europa.

Mainz, Worms und Speyer bildeten im Mittelalter das Zentrum des Judentums in Europa. Von der wechselvollen Geschichte der drei Gemeinden erzählen bis heute Bauwerke und Friedhöfe, die zu den ältesten Zeugnissen jüdischen Lebens in Deutschland gehören.

 

Der Bischof von Speyer holte im Jahr 1084 jüdische Familien in die Stadt, indem er ihnen weit-reichende Privilegien und Grundstücke anbot.

 

Der Vortrag informiert mit Fotos sowohl über die historische Entwicklung als auch über die aktuelle Situation der drei Gemeinden.

 

Die neue Synagoge in Mainz

 

 

 

Niemand und nichts darf vergessen werden

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Stadtführung am 27. Januar 2022      15.30 Uhr

1933 - 1945: Es waren nur zwölf Jahre. Aber in dieser Zeit zerstörten die Nationalsozialisten die "halbe Welt" und töteten und ermordeten Millionen von Menschen.

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt.

 

Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wieder-holung entgegenwirken“, führte Bundespräsident Roman Herzog aus, als er 1996 per Proklamation den  „Tag des Gedenkens an die Opfer des Faschismus“ ins Leben rief.

 

Dafür bestimmte er den 27. Januar, den Tag an dem 1945 Sowjetsoldaten die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau befreiten.

 

Der Förderverein für jüdisches Gedenken in Frankenthal beteiligt sich an den bundesweiten Veranstaltungen und bietet am Donnerstag, 27. Januar, ab 15.30 Uhr, eine Stadtführung  an.

 

Werner Schäfer informiert am Beispiel einzelner Opfergruppen und Personen an verschiedenen Stationen, welches Leid diese Menschen auch in Frankenthal erleben mussten: Juden, Homosexuelle, Sinti und Roma, aus politisch und religiösen Gründen Verfolgte, Kriegsgefangene sowie Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen aus allen besetzten Ländern, Kranke und Behinderte, die von den Nationalsozialisten als unwertes Leben herabgewürdigt und ermordet wurden.

 

Treffpunkt ist am Speyerer Tor. Es gelten die tagesaktuellen Corona-Regeln. Deshalb ist  eine vorherige Anmeldung per E-Mail erwünscht. Der Impfstatus muss dem von einer Kulturveranstaltung entsprechen und wird kontrolliert.

E-Mail: herbaum@t-online.de

 

Das Ende der jüdischen Gemeinde

Das Internierungs-Lager Gurs am Fuß der Pyrenäen in Südwest-Frankreich

Am 22. Oktober 1940 wurden über 6.500 Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland – vom Säugling bis zum 98-jährigen Greis – auf Betreiben der Gauleiter Robert Wagner und Josef Bürckel in das im unbesetzten Frankreich gelegene Internierungs-lager Gurs am Rande der Pyrenäen deportiert. Für viele von ihnen war dies nur eine Zwischenstation in die Vernichtungslager des Ostens. Dies war das Ende der jüdischen Gemeinde in Frankenthal.

 

Kriegsgefangenenlager am Schießgartenweg

Das Kriegsgefangenenlager zwischen dem Schißegartenweg und der Straße am Kanal.

In Frankenthal, das zum Wehrkreis XII gehörte, nutzte man ab April 1940 die Pfister'sche Festhalle und den benachbarten Schützenplatz (zwischen dem heutigen Schießgar-tenweg und der Straße Am Kanal)  als Stalag XII B. Diesem unterstanden die Arbeitskommandos in der Pfalz und in Rheinhessen.

Französische Kriegsgefangene in Frankenthal

Von Frankenthal aus wurden im Dezember 1941 mehr als 39.000 Kriegsgefangene polnischer, belgischer, französischer, jugoslawischer und sowjetischer Nationalität verwaltet.

 

Darüber hinaus waren bis Kriegsende zwischen 2000 und 3000 so genannte Zwangsarbeiter unter anderem bei der Stadtverwaltung, in der Landwirtschaft, bei kleineren Gewerbebetrieben und in der Industrie zur Zwangsarbeit eingesetzt.

 

Kreis- Kranken- und Pflegeanstalt: Teil der NS-Psychiatrie

1932 war die "Kreis- Kranken- und Pflegeanstalt" mit 642 Patienten, darunter zirka 130 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 21 Jahren, voll belegt.

In den etwas mehr als zwölf Jahren national-sozialistischer Diktatur wurden mindestens 250.000 psychisch Kranke und Behinderte im Rahmen des sogenannten Euthanasieprogramms ermordet.

 

Ärzte und Psychiater waren maßgeblich an der Zwangssteri-lisierung von bis zu 400.000 vor allem psychisch kranker und geistig behinderter Menschen beteiligt. Jüdische und politisch missliebige Psychiater wurden verfolgt und aus Deutschland vertrieben.

 

Zur Umsetzung des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" vom 14. Juli 1933 gab es in Frankenthal ab Ende März 1934 das Erbgesundheitsgericht Frankenthal. Bis Ende 1935 wurden 2043 Anträge auf Unfruchtbarmachung gestellt, 1728 Anträge wurden anerkannt.

 

Als ab 1937 die Zahl der Anträge zurückging, ergriff das Amt für Wohlfahrt des Gaues Saarpfalz der NSDAP zunehmend die Initiative und drängte vor allem die Funktionsträger der Partei, alle Personen zur Anzeige zu bringen, bei denen der Verdacht bestand, dass das Gesetz für sie angewandt werden musste.

 

Der als überzeugtes Parteimitglied bekannte Eppsteiner Ortsgruppenleiter und Bürgermeister wird hier in einem besonderen Fall genannt.