Von der Reichsautobahn bis zum Atlantikwall

Die Organisation Todt

 

Bereits vor der Machtübernahme durch Adolf Hitler gab es im Deutschen Reich zahlreiche "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen", um die Zahl der 6 Millionen Arbeitslosen zu reduzieren.

 

Hitler sah in der Automobil-Industrie einen wichtigen Bereich, um einerseits Arbeitsplätze und andererseits dem "Volk" für die Zukunft ein attraktives Freizeitangebot zu schaffen.

 

Im Frühjahr 1933 wurde die Deutsche Reichsbahn durch ein Gesetz dazu verpflichtet, eine weitere Organisation für den Bau von Straßen und Autobahnen aufzubauen. Fritz Todt wurde Generalinspekteur des Unternehmens. In sieben Jahren sollten 25 000 Arbeiter rund 7 000 Kilometer Reichsautobahnen bauen.

 

Da in den ersten Jahren beim Bau der Autobahnen vor allem die Handarbeit im Mittelpunkt stand, wurden neben Facharbeitern vor allem andere Berufsgruppen und vor allem Ungelernte eingesetzt. Dies war eine ideale Möglichkeit, vor allem "Nicht-Angepasste" zu zeitlich begrenzter Zwangsarbeit zu verpflichten.

 

Bis Ende 1940 konnten rund 3 860 Kilometer Autobahnen gebaut werden. Der Bau wurde durch Hitlers Befehl eingestellt, nicht nur, weil andere Bauprojekte inzwischen wichtiger waren, sondern auch, weil sich herausstellte, dass die Reichsbahn für den Transport der Soldaten und des Militärmaterials besser geeignet war.

 

Der Mythos, dass "wir unserem Führer Adolf Hitler die Autobahnen verdanken", ist bis heute verbreitet.

 

Zwangsarbeit in der Organisation Todt

 

Die Organisation Todt (OT) war eine paramilitärische Bautruppe im NS-Staat, die den Namen ihres Führers Fritz Todt (1891–1942) trug.

 

Die 1938 gegründete Organisation unterstand ab März 1940 diesem auch als Reichsminister für Bewaffnung und Munition (RMfBM sowie dem Nachfolge-ministerium unter Albert Speer).

 

Sie wurde nach Beginn des Zweiten Weltkrieges vor allem für Baumaßnahmen in den von Deutschland besetzten Gebieten eingesetzt.

 

Bekannt wurde sie durch den Ausbau des Westwalls, den Bau der U-Bootstützpunkte an der französischen Küste sowie des „Atlantikwalls“ .

 

Ab 1943 baute sie die Abschussrampen der V1- und V2-Raketen. Im Sommer 1943 folgte im Reichsgebiet der Ausbau von Luftschutzanlagen für die Zivilbevölkerung und die Untertageverlagerung von Industriebetrieben.

 

In der Organisation kamen seit Kriegsbeginn vielfach Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge zum Einsatz.

 

Die Organisation Todt war straff hierarchisch organisiert und ihre Angehörigen waren uniformiert.