Die Gründung des Fördervereins 1992 - 1993

DIE RHEINPFALZ vom 9. Dezember 1992

 

Bemühen um Gedenkstätte

Zur Erinnerung an jüdische Mitbürger

 

Um ideelle und finanzielle Unterstützung eines Vorhabens zur Schaffung einer "jüdischen Gedenkstätte" bemüht sich Fridolin Hauck. Deshalb lädt er interessierte Mitbürger für morgen, 19.30 Uhr, ins Hotel Brauhauskeller, Eisenbahnstraße, zu einer Gründungsversammlung für einen entsprechenden Verein ein. Einladung erging auch an Stadtvorstand, Ratsmitglieder, Geistliche und Frankenthaler Künstler.

 

Initiator Friedolin Hauck verweist auf die seitens der Stadtverwaltung bestehende "löbliche Absicht, in der Glockengasse an der Stelle, an der die Synagoge der früheren jüdischen Kultsgemeinde stand, eine Gedenkstätte zu errichten." Mit einem solchen Bauwerk solle die Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger, die vom Naziregime in verbrecherischer Weise zunächst vertrieben, dann verschleppt und schließlich ermordet wurden, wachgehalten werden.

 

Friedolin Hauck in seiner Einladung: "Da die derzeitige angespannte finanzielle Lage der Stadt die Verwirklichung dieses Vorhabens in absehbarer Zeit nicht zulässt, möchte ich versuchen, durch die Gründung eines Fördervereins ideell und finanziell mitzuhelfen." Nach Haucks Vorstellungen sollten die Gründungsmitglieder einen Grundbetrag spenden. Über die Höhe eines jährlichen Beitrags und sonstige Aktivitäten sollten die Versammelten befinden, die an der Gründung des „Fördervereins jüdische Gedenkstätte Frankenthal e.V." Interesse zeigen. (rho)



Bei der Gründungsveranstaltung am 16. März 1993 im Hotel-Restaurant "Brauhauskeller" wurden gewählt:

 

1. Vorsitzender: Friedolin Hauck

2. Vorsitzender: Hellmuth Daul

Kassierer:          Gerald Unger

Schriftführerin:   Helga Hoffmann

Beirat:               Gerhard Nestler

                         Wolfgang Biundo

                         Hans Weis                  

Revisorin:         Jutta Popitz

Revisor:            Werner Schäfer