Fridolin Hauck engagierte sich für eine Gedenkstätte

Fridolin Hauck legte 1992 an dem Gedenkstein auf dem Friedhof in Gurs einen Kranz nieder.

DIE RHEINPFALZ

vom 4. November 1992

 

Fridolin Hauck 70 Jahre alt

 

Mit Fridolin Hauck wird heute ein vielseitig interessierter Frankenthaler Mitbürger 70 Jahre alt. Er hatte am 4. November 1922 in der Glockengasse, das Geburtshaus stand neben der ehemaligen Synagoge, das Licht der Welt erblickt. Der Jubilar stammt aus einer alten "Postlerfamilie". Die Großeltern waren beiderseits Posthalter, Fridolin Haucks Vater war viele Jahre Beamter beim Frankenthaler Postamt. Da war der Weg für den Sohn sozusagen vorgezeichnet. Nach Soldatenzeit und Rückkehr aus der Gefangenschaft ging Friedolin Hauck ebenfalls zur Post. Die ersten Sporen verdiente er sich beim Postamt Frankenthal, später in der Amtsstellenleitung des Postamts Ludwigshafen. Bis zur Pensionierung war Hauck Stellenvorsteher beim Postscheckamt Ludwigshafen.

 

Mit 18 Jahren war er als junger Mann zur Marine als Funker gegangen. Die Liebe zur Seefahrt blieb über die Jahrzehnte hinweg bestehen. So ist er aktiv tätiges Mitglied bei der Marinekameradschaft Frankenthal, hält mit die Kontakte zu den Marinekameraden in der Partnerstadt Colombes. Die Liebe zum Wasser dokumentiert sich auch durch das eigene Motorboot.

 

Sehr interessiert ist Fridolin Hauck an der Geschichte der Frankenthaler Juden. Er fährt jedes Jahr nach Südfrankreich ins ehemalige Konzentrationslager Gurs, in das auch die Frankenthaler Juden deportiert worden waren. Wie DIE RHEINPFALZ kürzlich berichtete, hatte er im Oktober bei seinem letzten Besuch im Auftrag der Stadt einen Kranz niedergelegt. Fridolin Hauck plant zurzeit die Gründung eines Fördervereins zum Bau einer Erinnerungsstätte an die Frankenthaler Juden auf dem Platz der ehemaligen Synagoge in der Glockengasse, wo sich seit Jahren ein Gedenkstein befindet. (red)

 

(Das Lager in Gurs war ein Internierungslager, kein Konzentrationslager.)