Die Gründung des Fördervereins 1992

Auf dem Gedenkplatz in der Glockengasse, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft früher die Synagoge stand, sollte in den 1980er Jahren eine Gedenkstätte für die jüdischen Menschen in Frankenthal gebaut werden. Außerdem sollten Räume für eine städtische Ein

 

 

DIE RHEINPFALZ vom 9. Dezember 1992

 

Bemühen um Gedenkstätte

Zur Erinnerung an jüdische Mitbürger

 

Um ideelle und finanzielle Unterstützung eines Vorhabens zur Schaffung einer "jüdischen Gedenkstätte" bemüht sich Fridolin Hauck. Deshalb lädt er interessierte Mitbürger für morgen, 19.30 Uhr, ins Hotel Brauhauskeller, Eisenbahnstraße, zu einer Gründungsversammlung für einen entsprechenden Verein ein. Einladung erging auch an Stadtvorstand, Ratsmitglieder, Geistliche und Frankenthaler Künstler.

 

Initiator Fridolin Hauck verweist auf die seitens der Stadtverwaltung bestehende "löbliche Absicht, in der Glockengasse an der Stelle, an der die Synagoge der früheren jüdischen Kultsgemeinde stand, eine Gedenkstätte zu errichten." Mit einem solchen Bauwerk solle die Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger, die vom Naziregime in verbrecherischer Weise zunächst vertrieben, dann verschleppt und schließlich ermordet wurden, wachgehalten werden.

 

Fridolin Hauck in seiner Einladung: "Da die derzeitige angespannte finanzielle Lage der Stadt die Verwirklichung dieses Vorhabens in absehbarer Zeit nicht zulässt, möchte ich versuchen, durch die Gründung eines Fördervereins ideell und finanziell mitzuhelfen."

 

Nach Haucks Vorstellungen sollten die Gründungsmitglieder einen Grundbetrag spenden. Über die Höhe eines jährlichen Beitrags und sonstige Aktivitäten sollten die Versammelten befinden, die an der Gründung des "Fördervereins jüdische Gedenkstätte Frankenthal e.V." Interesse zeigen. (rho)

 

 

Es gab bereits einen Vorentwurf für die Bebauung des "Spielplatzes" beziehungsweise des Gedenkplatzes. Im Erdgeschoss war die Gedenkstätte vorgesehen, in den oberen Stockwerken sollte die Volkshochschule untergebracht werden. Aus Finanzgründen konnte das Gebäude damals nicht realisiert werden. Dies war der Anlass für die Gründung des Fördervereins für jüdisches Gedenken Frankenthal.