Aktuelles aus Frankenthal

 

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"Parteien wie die AfD oder Trumps Wahlerfolg sind ja nicht die Ursache eines Problems, sondern nur seine Wirkung. Dabei müssten wir über die wahren Ursachen reden. Und: Niemand muss sich schämen, wenn er Angst hat. Das ist eine normale Reaktion.

 

Die Frage ist nur: Zu was führt diese Angst? Problematisch wird sie, wenn sie in Aggression mündet. Wenn Menschen dicht machen, weil ihnen die Probleme der Welt vor die Füße schwappen und sie sich dabei machtlos fühlen, dann kommen schnell Sprüche wie „Rübe ab“ oder „Asylrecht abschaffen“. Das ist für mich schwer zu ertragen.

 

Ich gestehe, wie gesagt, jedem seine Angst zu, aber nicht das Recht, die Abschaffung der Humanität oder von Grundrechten zu fordern."

 

Kabarettist Frank-Markus Barwasser alias "Erwin Pelzig" in:
DIE RHEINPFALZ Frankenthaler Rundschau 16. November 2017

 

Förderverein vor 25 Jahren gegründet 

Mehrere Veranstaltungen 2018

Bericht in der RHEINPFALZ Frankenthaler Rundschau vom 14. Dezember 1992

 

Bemühen um Gedenkstätte

Zur Erinnerung an jüdische Mitbürger

 

Um ideelle und finanzielle Unterstützung eines Vorhabens zur Schaffung einer "jüdischen Gedenkstätte" bemüht sich Fridolin Hauck. Deshalb lädt er interessierte Mitbürger für morgen, 10. Dezember 1992, 19.30 Uhr, ins Hotel Brauhauskeller, Eisenbahnstraße, zu einer Gründungsversammlung für einen entsprechenden Verein ein. Einladung erging auch an Stadtvorstand, Ratsmitglieder, Geistliche und Frankenthaler Künstler.

 

Initiator Friedolin Hauck verweist auf die seitens der Stadtverwaltung bestehende "löbliche Absicht, in der Glockengasse an der Stelle, an der die Synagoge der früheren jüdischen Kultsgemeinde stand, eine Gedenkstätte zu errichten." Mit einem solchen Bauwerk solle die Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger, die vom Naziregime in verbrecherischer Weise zunächst vertrieben, dann verschleppt und schließlich ermordet wurden, wachgehalten werden.

 

Friedolin Hauck in seiner Einladung: "Da die derzeitige angespannte finanzielle Lage der Stadt die Verwirklichung dieses Vorhabens in absehbarer Zeit nicht zulässt, möchte ich versuchen, durch die Gründung eines Fördervereins ideell und finanziell mitzuhelfen." Nach Haucks Vorstellungen sollten die Gründungsmitglieder einen Grundbetrag spenden. Über die Höhe eines jährlichen Beitrags und sonstige Aktivitäten sollten die Versammelten befinden, die an der Gründung des „Fördervereins jüdische Gedenkstätte Frankenthal e.V." Interesse zeigen. (rho)

 

Bericht in der RHEINPFALZ vom 9. Dezember 1992

 

Der Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal besteht im Jahr 2018 seit 25 Jahren. In dieser Zeit haben Vereinsmitglieder zusammen mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern zahlreiche Informationen über die rund 250jährige Geschichte der Juden in Frankenthal dokumentiert. Tausende Texte und Fotos sind in einer digitalen Datenbank gespeichert und stehen jedem interessierten Bürger zur Verfügung.

 

Am 7. Februar, 14. März und 21. März 2018, jeweils um 19 Uhr im VHS-Bildungszentrum, Schlossergasse 10, informieren Herbert Baum, Werner Schäfer und Rüdiger Stein über die Geschichte der Juden in Frankenthal, über die zwei jüdischen Friedhöfe und über die Aktion Stolpersteine. Der Eintritt ist frei.

 

Gedenkveranstaltung "Reichskristallnacht"

In der Synagoge in der Glockengasse wurden am 10. November 1938 morgens im Innern Materialien entzündet. Die Feuerwehr löschte den Brand.

Der Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal erinnerte am 9. November an die "Reichskristallnacht" in Frankenthal. In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Andreas Schwarz, dass Gräueltaten der NS-Diktatur seit 1933 auch in Frankenthal stattgefunden haben. Herbert Baum vom Förderverein informierte über das Leben von Paula Levi, die in Berlin in den 1930er Jahren als Sängerin berühmt wurde. Eugen Orkin, Lehrer (Klarinette) der Städtischen Musikschule, spielte zwei Musikstücke. Am Gedenkstein in der Glockengasse sprach Rüdiger Stein vom Förderverein über das Leid der vielen Opfer.

 

In der Glockengasse erinnern ein Gedenkstein und eine Informationstafel an die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Frankenthal. An der Ecke der heutigen Glockengasse und Synagogengasse stand seit 1791 eine Synagoge.

Die Nacht vom 9. auf 10. November 1938 bleibt den Juden weltweit als "Reichskristallnacht" bis heute in Erinnerung. In 48 Stunden wurden in Deutschland mindestens 91 Juden ermordet, mehr als 1400 Synagogen und Beträume verwüstet oder zerstört sowie etwa 7500 Geschäfte geplündert. Auch in Frankenthal wurde am Morgen des 10. November das Innern der Synagoge in der Glockengasse in Brand gesteckt. Noch während die Feuerwehr die Flammen bekämpfte, zogen Frankenthaler Nationalsozialisten durch die Stadt und verwüsteten zahlreiche jüdische Geschäfte und Wohnungen. Ihnen folgte wenig später die Geheime Staatspolizei (Gestapo), die 23 Frankenthaler Juden in "Schutzhaft" nahm, unter anderem Julius Abraham und Carl Schweitzer. Sie wurden am nächsten Tag in das Konzentrationslager Dachau bei München transportiert.

Vom 26. bis 28. Juni 1950 fand am Landgericht Frankenthal der Prozess gegen 17 mutmaßliche Teilnehmer der Plünderungen und Zerstörungen in der "Reichskristallnacht" statt. Vier von ihnen wurden wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit verurteilt. Sieben wurden freigesprochen, gegen sechs wurde das Verfahren eingestellt.

 

"Leben? Oder Theater? "

Das Leben der Charlotte Salomon

Selbstportrait von Charlotte Salomon

In einem gut besuchten Vortrag am 9. November 2017 informierte Herbert Baum vom Förderverein für jüdisches Gedenken an Charlotte Salomon.

 

Die in Frankenthal geborene bekannte Sängerin Paula Levi-Lindberg heiratet 1930 den Berliner Arzt Albert Salomon. Als Stiefmutter kümmert sie sich auch um dessen Tochter Charlotte. Das 13jährige Mädchen leidet unter den bisherigen Familienverhältnissen. Ihre Mutter und deren Schwester haben sich selbst getötet. In der Jugendphase ist sie den Auswirkungen der NS-Diktatur ausgesetzt. 1939 flüchtet sie zu ihren Großeltern nach Südfrankreich. Dort erlebt sie die Selbsttötung der Großmutter und die Internierung im Lager Gurs. Bevor sie an ihrem Leben verzweifelt, zieht sie sich zurück und malt innerhalb von zwei Jahren rund 1300 Kunstwerke, in denen sie sich mit ihrem bisherigen Leben auseinandersetzt: "Leben? oder Theater?" (Das Foto zeigt ein Selbstporträt von Charlotte Salomon im Jahr 1940). Sie heiratet und wird schwanger. 1943 wird sie im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Ihr künstlerisches Lebenswerk blieb erhalten.

 

Der Vortrag beschrieb das Leben Charlottes anhand ausgewählter Werke aus ihrem Nachlass. Im Buchhandel gibt es mehrere Darstellungen zum Leben und Werk von Charlotte Salomon.

 

Lazarus Levi, Paula Levi-Lindberg und Charlotte Salomon

Die berühmte Sängerin Paula Salomon-Lindberg

Das Grab von Lazarus und Sophie Levi auf dem neuen jüdischen Friedhof Frankenthal

Im Internet kann man bei Wikipedia folgende Informationen nachlesen: "Die berühmte Sängerin Paula Salomon-Lindberg wurde am 21. Dezember 1897 in Frankenthal als Paula Levi geboren. Ihr Vater war der jüdische Religionslehrer und Kantor Lazarus Levi, der als Sänger einen besonderen Ruf weit über Frankenthal hinaus hatte. Er wurde am 16. Juli 1862 in Eckardroth geboren und kam 1896 nach Frankenthal, das damals zu Bayern gehörte. Lazarus Levi starb am 17. November 1919, seine Ehefrau am 26. November 1930, beide in Frankenthal. Das Grab auf dem neuen Judenfriedhof in Frankenthal ist heute noch erhalten." Die Familie wohnte in der Karolinenstraße 7.

 

Lazarus und Sophie Levi

Anlässlisch des Todes von Lazarus Levi schreibt die Frankenthaler Zeitung am Dienstag, 18. November 1919, über Kantor Levi: "Der Kantor und Religionslehrer der hiesigen israelitischen Gemeinde, Herr Lazarus Levi, ist am Sonntag nach langem Leiden gestorben. Herr Levi hat hier 22 Jahre amtiert und sich die Hochachtung aller Kreise erworben, die seinen Tod aufrichtig beklagen. Er stammte aus Unterfranken, wo er in Eckardroth 1862 geboren war. Seinen Studien oblag er an mehreren bayerischen Lehrerseminaren. 1896 kam er als Religionslehrer und Kantor nach Frankenthal, wo er seitdem wirkte, bis er im vergangenen Jahr wegen Krankheit in den Ruhestand treten mußte. Im Jahr 1897 verheiratete er sich mit Sophie Mayer, der Tochter des Herrn Jakob Mayer. Die israelitische Gemeinde verliert in ihm eines ihrer rührigsten Mitglieder, einen eifrigen Förderer ihres Vereinswesens und Gesanges. Als Sänger genoß Herr Levi besonderen Ruf weit über die Stadt hinaus."

Ein Jugendporträt von Paula Levi

Erst nach dem Tod ihres Vaters konnte Paula Levi ihren Wunsch verwirklichen, Sängerin zu werden.

 

Ihre Ausbildung erhielt Paula hauptsächlich in Mannheim und Berlin durch Julius von Raatz-Brockmann. Sie wurde in den 1920er Jahren unter dem Namen Paula Lindberg bekannt und trat hauptsächlich in Werken der Barockzeit auf, aber auch in moderneren Werken. Zwischen 1930 und 1933 sang sie die Altpartien bei den Aufführungen der Bach-Kantaten in der Leipziger Thomaskirche.

 

 

 

 

 

 

 

 

Paula Salomon-Lindberg

Am 4. September 1930 heiratete Paula Lindberg mit 32 Jahren in Frankenthal den Chirurgen Albert Salomon (1883–1976) und nannte sich Paula Salomon-Lindberg. Nach Auftrittsverboten 1933 sang sie noch bis 1937 für den Jüdischen Kulturbund Berlin. 1939 floh sie mit ihrem Mann nach Amsterdam, wo beide 1943 im Konzentrationslager Westerbork interniert wurden, später aber flüchten und die Besatzungszeit bis 1944 versteckt überleben konnten.

 

Nach dem Krieg lebte Paula Lindberg-Salomon in den Niederlanden. Sie setzte dort ihre künstlerische Laufbahn mit großem Erfolg fort. Sie starb am 17. April 2000 in Amsterdam.

 

Interview mit Paula Salomon-Lindberg und Albert Salomon für das Pariser Journal 1963. Sie sprechen vor allem über Charlotte Salomon.

 

Wegen ihrer Flucht aus Berlin mussten Paula Salomon-Lindberg und Albert Salomon fast alle privaten Sachen zurücklassen. Was sie noch hatten, verloren sie durch die Internierung im Konzentrationslager Westerbork. Charlotte Salomon nahm drei Schallplatten mit zu ihren Großeltern nach Südfrankreich.

 

Charlotte Salomon mit ihrem Vater Albert Salomon

Charlotte Salomon wurde als Tochter des Chirurgen Professor Albert Salomon (1883–1976) und seiner Frau Franziska, geb. Grunwald (1890–1926), in eine liberale jüdische Familie geboren. Sie wuchs in einem bürgerlichen Umfeld in Berlin-Charlottenburg auf.

 

Nach dem Suizid ihrer Mutter 1926 heiratete ihr Vater 1930 die Konzertsängerin Paula Lindberg.

 

Charlotte verließ das Fürstin-Bismarck-Gymnasium 1933, ein Jahr vor dem Abitur, um den antisemitischen Anfeindungen zu entgehen, die dort immer mehr zur Tagesordnung gehörten.

 

Ab Wintersemester 1935/36 war sie Studentin an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst. Nachdem ihr bei einem Wettbewerb der Kunsthochschule der erste Platz, der ihr von der Jury zuerkannt werden sollte, wegen ihrer jüdischen Herkunft versagt wurde, verließ sie die Hochschule im Herbst 1937.

Charlotte mit ihren Großeltern in Südfrankreich

Im Januar 1939 emigrierte Charlotte Salomon nach Frankreich. Dort lebte sie in Villefranche-sur-Mer bei Nizza bei ihren Großeltern.

 

Charlotte Salomon und ihr Großvater (ihre Großmutter hatte sich im März 1940 das Leben genommen) wurden im Lager Gurs interniert, kurze Zeit später jedoch wegen des hohen Alters des Großvaters wieder freigelassen.

 

Der Tod der Großmutter und das Erlebnis der Internierung versetzten Charlotte Salomon in eine tiefe Krise. Um die Ereignisse zu verarbeiten, begann sie auf Anraten eines Arztes wieder zu malen.

Zwischen 1940 und 1942 entstanden binnen 18 Monaten 1325 Gouachen in einem expressionistischen Stil. Etwa 800 Blätter im Format 32,5 x 25 cm hat Charlotte Salomon ausgewählt und nummeriert. Zusammen mit erläuternden Texten und Hinweisen auf Musikstücke erzählen sie unter dem Titel "Leben? Oder Theater?" ihr Leben. Das Werk ist in seinem Aufbau einem Theaterstück mit allen seinen Bestandteilen in Akten und Szenen vergleichbar.

 

Im Juni 1943 heiratete sie den österreichischen Emigranten Alexander Nagler. Nach der Besetzung Südfrankreichs durch deutsche Truppen 1943 wurden Charlotte Salomon und ihr Mann verraten und am 24. September in Nizza verhaftet. Am 27. September wurde das Ehepaar in das Sammellager Drancy bei Paris und am 7. Oktober in das Vernichtungslager Auschwitz  deportiert. Charlotte Salomon, im fünften Monat schwanger, wurde vermutlich sofort nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet. Ihr Ehemann starb später an den Folgen der unmenschlichen Haftbedingungen.

Charlotte Salomons Werk "Leben? Oder Theater? Ein Singspiel" hat die NS-Zeit überlebt. Ihr Vater und ihre Stiefmutter haben die Bilder dem Jüdischen Museum in Amsterdam übergeben. 1961 wurden sie zum ersten Mal öffentlich gezeigt. 1963 erschien der erste Bildband mit einer Auswahl ihrer Gouachen.

 

Eine Auswahl der Bilder wurde bereits mehrmals öffentlich ausgestellt. Das Singspiel diente als Vorlage für die Oper "Charlotte Salomon", die als Auftragswerk der Salzburger Festspiele am 28. Juli 2014 in einer Inszenierung von Luc Bondy aufgeführt wurde.

 

 

 

 

 

Wir schaffen was - auch im September 2018

Reingung der Stolpersteine in Frankenthal

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Stolpersteine nach der Verlegung

Zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus hat der Kölner Künstler Gunter Demnig (www.stolpersteine.com) im Jahr 2000 die Aktion "Stolpersteine" ins Leben gerufen. Vor Häusern, in denen Opfer der NS-Verfolgung gelebt haben, setzt Demnig kleine Betonquader in den Gehweg. Der Begriff "Stolperstein" ist im übertragenen Sinne gemeint: Menschen sollen auf etwas "gestoßen", aufmerksam gemacht werden. Ein kurzer Text, der in der Regel mit den Worten "Hier wohnte ..." beginnt, ist in eine ebenerdig aufgebrachte, zehn mal zehn Zentimeter kleine Messingplatte eingeschlagen.

 

Nach einiger Zeit verdunkeln sich die Stolpersteine. Die Schrift ist dann nur noch schwer lesbar.

Der Förderverein hat seit 2005 78 Stolpersteine verlegen lassen. Die Spenden, rund 8000 Euro, kamen alle von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Organisationen. Viele setzen sich mit dem Leben der Menschen auseinander. Mehrere Nachfahren nahmen an der Verlegung teil. Im Internet sind im Kapitel "Stolpersteine" alle Aktivitäten dokumentiert.

Da die Metalloberfläche der Steine nach einiger Zeit nachdunkelt, muss diese regelmäßig gereinigt werden, um lesbar zu bleiben. Der Förderverein wird sich auch im September 2018 an der Aktion "Wir schaffen was" der Metropolregion Rhein-Neckar beteiligen.

 

Mitglieder des Fördervereins informierten an den jeweiligen Verlegeorten über das Leben der jüdischen Männer, Frauen und Kinder.

 

Kostenlose Führungen

Die Bahnhofstraße und Blick auf den Marktplatz um 1930

Der Förderverein für jüdisches Gedenken organisiert auf Anfrage kostenlose Führungen zu verschiedenen Themen: Geschichte der Juden in Frankenthal, Jüdische Geschäfte in der Innenstadt, Stolpersteine, Jüdische Friedhöfe, NS-Zeit in Frankenthal, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.

 

Setzen Sie sich mit dem Förderverein in Verbindung.

 

Neues Buch über Frankenthaler Juden

"Gegen das Vergessen!"

Stolpersteine geben den Menschen ihre Geschichte

Der Förderverein verlegte gemeinsam mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig bisher 61 Stolpersteine für jüdische Männer, Frauen und Kinder. Das Buch "Gegen das Vergessen!" erzählt auf 236 Seiten die Geschichten zu den Stolpersteinen. Es wurde bei der Gedenkveranstaltung zur "Reichskristallnacht" am 9. November 2015 vorgestellt.

 

Das Buch kann zurzeit nur beim Förderverein und im Erkenbert-Museum gekauft werden. Es kostet 12 Euro (Einführungspreis).

 

Schicken sie eine Nachricht per Post oder E-Mail (Adresse siehe links).

 

Das Buch kann auch als digitale Version verschickt werden.

 

17 weitere Stolpersteine

Verlegung am Mittwoch 16. März 2016

Speyerer  Straße und Vierlingstraße

Drei Schüler der Friedrich-Ebert-Realschule plus nahmen mit ihrem Lernpaten Burkhard Abel (Mitte) und Rektor Stephan Hirt (links) an der Verlegung der vier Steine für die Familie Meisel in der Speyerer Straße 48 teil.

 

Die 5. Stolpersteinverlegung des Fördervereins fand am 16. März 2016 statt. Gunter Demnig verlegte in der Speyerer Straße 48 vier Steine für die Familie Meisel.

 

In der Vierlingstraße 13 wurden vier Steine für die Familien Brunner, Rosenberg und für Ria Gümpel verlegt. Margot Hirschler wohnte in der Vierlingstraße15. Sie überlebte die Verfolgung durch ihre Flucht in die Schweiz. An die Familien Leva und Bodenheimer erinnern vor dem Haus Vierlingstraße 17 künftig acht Stolpersteine.

 

Bürgermeister Andreas Schwarz erinnerte in seiner Rede an die vielen Aktivitäten, mit denen man in Frankenthal an die Gräueltaten im Nationalsozialismus erinnert.

 

Die Herstellung und Verlegung eines Steines kostet 120 Euro. Der Förderverein für jüdisches Gedenken freut sich über jede Spende:

 

Sparkasse Rhein-Haardt – IBAN: DE27 5465 1240 0240 0247 78

Da die Metalloberfläche der Stolpersteine mit der Zeit dunkeln wird, muss man sie regelmäßig reinigen.

Wer aufmerksam durch die Frankenthaler Innenstadt geht und auf Stolpersteine achtet, stellt fest, dass das Metall einige Zeit nach der Verlegung dunkel wird. Die Schrift ist dann kaum noch zu lesen. Vor einigen Tagen hat die RHEINPFALZ über eine junge Frau berichtet, die von sich aus vier Stolpersteine in der Bahnhofstraße gereinigt hat. Der Förderverein freut sich über solche Eigeninitiativen. Schulklassen und interessierte Gruppen können die Reinigung mit einer Führung verbinden.

 

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Schulen

Projekte für politische Erziehung

In der Berufsbildenden Schule erzählte der Holocaust-Überlebende Paul Niedermann 2007 über seine Deportation nach Gurs in Südwestfrankreich und seine Rettung aus dem Lager.

 

Der Förderverein für jüdisches Gedenken organisiert seit über 20 Jahren Veranstaltungen zum Gedenken und Erinnern an die Ermordung der europäischen Juden, aber auch an die fast 2000 Jahre lange Geschichte der Juden in Deutschland.

 

"Nicht schon wieder Nationalsozialismus", klagt mancher Schüler. Der Förderverein kooperiert vor allem mit weiterführendenden Schulen. Neben Vorträgen, Filmen und Ausstellungen gibt es größere Projekte: Stolpersteine in Frankenthal, Baucamp auf den jüdischen Friedhöfen, Fahrten in das ehemalige Konzentrationslager Struthof im Elsass, Führungen zum jüdischen Leben in Frankenthal.

 

In den vergangenen Tagen hat der Förderverein verschiedene Aktivitäten mit Schulen durchgeführt. Über 50 Schülerinnen und Schüler der Schiller-Realschule fuhren in das ehemalige Konzentrationslager in Struthof im Elsass. Jugendliche des Instituts für Hören und Kommunikation (PIH) informierten sich über die Aktion Stolpersteine, über die "Reichskristallnacht" am 10. November 1938 und über das ehemalige Kriegsgefangenenlager auf dem Schützenplatz zwischen dem Schießgartenweg und der Straße Am Kanal.

 

Vor allem mit diesen aktuellen Aktivitäten bietet der Förderverein den Schulen ein optimales Angebot für das Kennenlernen der lokalen Geschichte.

 


Schülerinnen und Schüler der Schiller-Realschule besuchten am 5. November das ehemalige Konzentrationslager Stuthof im Elsass. Am Ehrenmal für die französichen Opfer legten sie Blumen nieder.

Kooperationen mit Schulen

Aktion Stolpersteine in Frankenthal

Karolinen-Gymnasium erinnert an Schülerinnen und Lehrerin

Stolpersteine für Doris Thea Samuel, Hannah Schottland und Liselotte Lina Blum.

Als erste Schule in Frankenthal verlegte das Karolinen-Gymnasium am 7. November 2013 Stolpersteine fünf ehemalige jüdische Schülerinnen und eine jüdische Lehrerin der früheren Karolinenschule.

 

44 Stolpersteine erinnern seit 2005 vor deren ehemaligen Häusern und

Wohnungen an das Schicksal jüdischer Menschen.

 

Stolpersteine für Dr. Margit Gutmann, Lotte Eva Adler und Edith Samuel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Menschenkette rund um das Karolinen-Gymnsium soll deutlich machen, dass hier künftig keine Schülerinnen und Lehrerinnen mehr ausgegrenzt werden. Das Gymnasium hat den Titel "Schule ohne Rasismus - Schule mit Courage".
Klassenfoto von 1938 Lehrerin Boshard, mit den jüdischen Schülerinnen Lotte Eva Adler (hintere Reihe 2. von rechts) und Edith Samuel (vordere Reihe 3. von rechts)

Das Karolinen-Gymnasium in der NS-Zeit

 

Bereits im Jahr 2005 stellte das Gymnasium eine Ausstellung über die NS-Zeit zusammen. Sie war in der Stadtbücherei zu sehen.

 

In einer Projekwoche im Schuljahr 2011/2012 wurde diese Ausstellung aktualisiert. Sie widmet sich nun verstärkt der Lebensgeschichte und dem Schicksal von Lotte, Hannah, Edith, Doris und Frau Dr. Gutmann. 

 

Internet www.karolinen-gymnasium-ft.de.

 

1883 wurde ein Neubau in der Karolinenstraße (rechts) mit einer Figurennische für eine Karolinenstatue eingeweiht.

1883 wurde ein Neubau in der Karolinenstraße mit einer Figurennische für die Karolinenstatue eingeweiht. Die ehemalige Schülerin Amalie Foltz hatte den Frankenthaler Künstler Philipp Perron mit der Schaffung dieser Statue beauftragt, beendet und aufgestellt wurde das Kunstwerk jedoch erst 1887.

 

1907 übernahm die Stadt Frankenthal die Verwaltung des Instituts, ab 1911 als "Städtische Höhere Töchterschule", ab 1917 wieder als Karolinen-Schule.

 

Während des zweiten Weltkrieges wurde das Schulgebäude 1943 bei einem Luftangriff zerstört. 1957 konnte der heutige Neubau am Röntgenplatz bezogen werden. Zwischenzeitlich war die Karolineschule ab 1950 als neusprachliches Progymnasium (bis zur mittleren Reife) geführt worden. Ab 1968 wurde es zum Gymnasium (bis zum Abitur) ausgebaut. Seit 1971 besuchen Jungen und Mädchen das Gymnasium.

 

Eine Ausstellung zeigte "Das Karolinen-Gymnasium in der NS-Zeit". Rechts die beiden verantwortlichen Lehrerinnen Anneli Langhans-Glatt und Irina Kalusa.

Menschenkette, Stolpersteine und Ausstellung

Fotos vom Aktionstag des Karolinen-Gymnasiums

Zeitzeugen in Schulen

Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland 2007 eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Zeitzeugen in Schulen vermittelt. Zeitzeugen gelingt es immer wieder, Interesse für die Zeitgeschichte zu entwickeln.

Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland 2007 eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Zeitzeugen in Schulen vermittelt. Zeitzeugen gelingt es immer wieder, Interesse für die Zeitgeschichte zu entwickeln. 

 

Auch der Förderverein sucht Zeitzeugen.

 

 

 

Weitere Informationen zum Thema "Jugend in der NZ-Zeit" siehe im Kapitel "Frankenthal in der NS-Zeit".