Aktuelles aus Frankenthal

 

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NS-Psychiatrie in Frankenthal

In der unteren Bildhälfte von links nach rechts: Die Kreis- Heil- und Pflegeanstalt Frankenthal mit dem großen Gartengelände, der Parsevalplatz und der Hafen. Die Alleebäume stehen im Zöllerring.

 

Seit 1811 wurde das Armenhaus in Frankenthal als "erste öffentliche Anstalt zur Verwahrung" der psychisch kranken Menschen in der Pfalz genutzt. 1932 war die "Kreis-Kranken- und Pflegeanstalt" mit 642 Patienten, darunter zirka 130 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 21 Jahren, voll belegt. Zur Umsetzung des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" vom 14. Juli 1933 gab es in Frankenthal an Ende März 1934 das Erbgesundheitsgericht Frankenthal. Bis Ende 1935 wurden 2043 Anträge auf Unfruchtbarmachung gestellt, 1728 Anträge wurden anerkannt.

 

Veronika Fraenkel wurde am 22. Oktober 1940 aus der Heil- und Pflegeanstalt Frankenthal in das Internierungslager Gurs in Südwest-Frankreich deportiert. Sie starb dort am 14. Januar 1943.

Auf Anregung der Anstaltsdirektion in Klingenmünster verfügte die Gesundheitsabteilung des bayerischen Innenministeriums im Dezember 1938, die Zahl aller jüdischen Patienten in den Kreis-Heil- und Pflegeanstalten zu melden. Aus Frankenthal wurden sechs Frauen und fünf Männer, darunter Clementine Adler aus Neuleinigen, Heinrich Fraenkel aus Roxheim, Emma Löb aus Friedelsheim und Karoline Schulz aus Frankenthal gemeldet.

 

Am 22. Oktober 1940 wurden aus der Anstalt sechs jüdische Frauen und vier jüdische Männer in das Internierungslager Gurs in Südwest-Frankreich deportiert. Clementine Adler starb dort bereits am 25. Oktober 1940, Veronika Fraenkel aus Roxheim am 14. Januar 1943.

 

Kreis- Kranken- und Pflegeanstalt Frankenthal

Vortrag am 8. Februar 2017   19 Uhr

im VHS-Bildungszentrum Schlossergasse 10

Lageplan der Kranken- Heil- und Pflegeanstalt Frankenthal um 1910

Seit 1811 wurde das Armenhaus in Frankenthal als „erste öffentliche Anstalt zur Verwahrung“ der psychisch kranken Menschen in der Pfalz genutzt. 1932 war die "Kreis-Kranken- und Pflegeanstalt" mit 642 Patienten, darunter zirka 130 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 21 Jahren, voll belegt.

 

In einem Vortrag am 8. Februar 2017, 19 Uhr, im VHS-Bildungszentrum, Schlossergasse 10, informieren Bernd Leidig vom Altertumsverein über die Baugeschichte, Herbert Baum über die jüdischen Patienten und Rüdiger Stein über die Nutzung der Anstalt als Lazarett für Kriegsgefangene.

 

Eintritt frei.

 

 

Nebel im August

Am 26. Januar 2017  10.30 Uhr   im LUX-Kino   Frankenthal

Der 13- jährige Ernst Lossa (Ivo Pietzcker), Sohn fahrender Händler und Halbwaise, ist ein aufgeweckter aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als „nicht erziehbar“ eingestuft und schieben ihn schließlich wegen seiner rebellischen Art in eine Nervenheilanstalt ab. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen (Sebastian Koch) Insassen getötet werden. Er setzt sich zur Wehr und versucht, den behinderten Patienten und Mitgefangenen zu helfen. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner ersten Liebe. Doch Ernst befindet sich in großer Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden über Leben und Tod der Kinder.

 

NEBEL IM AUGUST ist ein bewegendes Drama über die grausamen Vorkommnisse während der NS-Zeit und gleichzeitig die authentische Geschichte von Ernst Lossa, der sich mutig gegen ein menschenverachtendes System wehrte. Zwischen 1939 und 1944 wurden in Folge des Euthanasie-Programms in den deutschen Nervenkliniken mehr als 200.000 Menschen ermordet. Ein lange verdrängtes Kapitel der deutschen Geschichte, das in der Erinnerungskultur zum Nationalsozialismus bisher nur am Rande vorkam. NEBEL IM AUGUST entstand nach dem wahren Schicksal des 13-jährigen Jungen, der als „asozial“ eingestuft in einem bayerischen Klinikum eingesperrt und 1944 dort umgebracht wurde.

 

Regie führt Kai Wessel („Die Flut“, „Klemperer – Ein Leben in Deutschland“, Hilde) nach einem Drehbuch von Holger Karsten Schmidt („14 Tage lebenslänglich“, „Der Seewolf“). Der gleichnamige Tatsachenroman stammt von Robert Domes. Als historischen Berater der Produktion konnte Ulrich Limmer den langjährigen Leiter des psychiatrischen Klinikums Kaufbeuren (1980-2006) und engagierten Aufklärer der Euthanasie-Verbrechen, Prof. Dr. Michael von Cranach, gewinnen.

 

Neben Ivo Pietzcker ("Jack") als Ernst Lossa spielen Sebastian Koch ("Das Leben der Anderen"), Thomas Schubert ("Atmen"), Fritzi Haberlandt ("Die Libelle und das Nashorn"), Henriette Confurius ("Die geliebten Schwestern"), Branko Samarovski ("Das weiße Band"), David Bennent ("Michael Kohlhaas", "Die Blechtrommel"), Jule Hermann ("Till Eulenspiegel") und Karl Markovics ("Die Fälscher").

 

Der 27. Januar ist der Nationale Gedenktag für alle Opfer des Nationalsozialismus.

 

Ivo Pietzcker als Ernst Lossa und Sebastian Koch als Arzt in Kai Wessels Drama "Nebel im August" © Studiocanal

Lazarus Levi, Paula Levi-Lindberg und Charlotte Salomon

Die berühmte Sängerin Paula Salomon-Lindberg

VHS-Vortrag am 14. März 2017   19 Uhr

Das Grab von Lazarus und Sophie Levi auf dem neuen jüdischen Friedhof Frankenthal

"Ein jüdisches Schicksal. Die Sängerin Paula Salomon-Lindberg" heißt der Vortrag, in dem der Förderverein mit Fotos und Filmen am Dienstag, 14. März 2017, 19 Uhr, im VHS-Bildungszentrum,

Schlossergasse 10, an die berühmte Sängerin Paula Salomon-Lindberg erinnert. Referent ist Herbert Baum

Eintritt frei

 

Im Internet kann man bei Wikipedia folgende Informationen nachlesen: "Die berühmte Sängerin Paula Salomon-Lindberg wurde am 21. Dezember 1897 in Frankenthal als Paula Levi geboren. Ihr Vater war der jüdische Religionslehrer und Kantor Lazarus Levi, der als Sänger einen besonderen Ruf weit über Frankenthal hinaus hatte. Er wurde am 16. Juli 1862 in Eckardroth geboren und kam 1896 nach Frankenthal, das damals zu Bayern gehörte. Lazarus Levi starb am 17. November 1919, seine Ehefrau am 26. November 1930, beide in Frankenthal. Das Grab auf dem neuen Judenfriedhof in Frankenthal ist heute noch erhalten." Die Familie wohnte in der Karolinenstraße 7.

 

Lazarus und Sophie Levi

Anlässlisch des Todes von Lazarus Levi schreibt die Frankenthaler Zeitung am Dienstag, 18. November 1919, über Kantor Levi: "Der Kantor und Religionslehrer der hiesigen israelitischen Gemeinde, Herr Lazarus Levi, ist am Sonntag nach langem Leiden gestorben. Herr Levi hat hier 22 Jahre amtiert und sich die Hochachtung aller Kreise erworben, die seinen Tod aufrichtig beklagen. Er stammte aus Unterfranken, wo er in Eckardroth 1862 geboren war. Seinen Studien oblag er an mehreren bayerischen Lehrerseminaren. 1896 kam er als Religionslehrer und Kantor nach Frankenthal, wo er seitdem wirkte, bis er im vergangenen Jahr wegen Krankheit in den Ruhestand treten mußte. Im Jahr 1897 verheiratete er sich mit Sophie Mayer, der Tochter des Herrn Jakob Mayer. Die israelitische Gemeinde verliert in ihm eines ihrer rührigsten Mitglieder, einen eifrigen Förderer ihres Vereinswesens und Gesanges. Als Sänger genoß Herr Levi besonderen Ruf weit über die Stadt hinaus."

Ein Jugendporträt von Paula Levi

Erst nach dem Tod ihres Vaters konnte Paula Levi ihren Wunsch verwirklichen, Sängerin zu werden.

 

Ihre Ausbildung erhielt Paula hauptsächlich in Mannheim und Berlin durch Julius von Raatz-Brockmann. Sie wurde in den 1920er Jahren unter dem Namen Paula Lindberg bekannt und trat hauptsächlich in Werken der Barockzeit auf, aber auch in moderneren Werken. Zwischen 1930 und 1933 sang sie die Altpartien bei den Aufführungen der Bach-Kantaten in der Leipziger Thomaskirche.

 

 

 

 

 

 

 

 

Paula Salomon-Lindberg

Am 4. September 1930 heiratete Paula Lindberg mit 32 Jahren in Frankenthal den Chirurgen Albert Salomon (1883–1976) und nannte sich Paula Salomon-Lindberg. Nach Auftrittsverboten 1933 sang sie noch bis 1937 für den Jüdischen Kulturbund Berlin. 1939 floh sie mit ihrem Mann nach Amsterdam, wo beide 1943 im Konzentrationslager Westerbork interniert wurden, später aber flüchten und die Besatzungszeit bis 1944 versteckt überleben konnten.

 

Nach dem Krieg lebte Paula Lindberg-Salomon in den Niederlanden. Sie setzte dort ihre künstlerische Laufbahn mit großem Erfolg fort. Sie starb am 17. April 2000 in Amsterdam.

 

Interview mit Paula Salomon-Lindberg und Albert Salomon für das Pariser Journal 1963. Sie sprechen vor allem über Charlotte Salomon.

 

Wegen ihrer Flucht aus Berlin mussten Paula Salomon-Lindberg und Albert Salomon fast alle privaten Sachen zurücklassen. Was sie noch hatten, verloren sie durch die Internierung im Konzentrationslager Westerbork. Charlotte Salomon nahm drei Schallplatten mit zu ihren Großeltern nach Südfrankreich.

 

Charlotte Salomon mit ihrem Vater Albert Salomon

Charlotte Salomon wurde als Tochter des Chirurgen Professor Albert Salomon (1883–1976) und seiner Frau Franziska, geb. Grunwald (1890–1926), in eine liberale jüdische Familie geboren. Sie wuchs in einem bürgerlichen Umfeld in Berlin-Charlottenburg auf.

 

Nach dem Suizid ihrer Mutter 1926 heiratete ihr Vater 1930 die Konzertsängerin Paula Lindberg.

 

Charlotte verließ das Fürstin-Bismarck-Gymnasium 1933, ein Jahr vor dem Abitur, um den antisemitischen Anfeindungen zu entgehen, die dort immer mehr zur Tagesordnung gehörten.

 

Ab Wintersemester 1935/36 war sie Studentin an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst. Nachdem ihr bei einem Wettbewerb der Kunsthochschule der erste Platz, der ihr von der Jury zuerkannt werden sollte, wegen ihrer jüdischen Herkunft versagt wurde, verließ sie die Hochschule im Herbst 1937.

Charlotte mit ihren Großeltern in Südfrankreich

Im Januar 1939 emigrierte Charlotte Salomon nach Frankreich. Dort lebte sie in Villefranche-sur-Mer bei Nizza bei ihren Großeltern.

 

Charlotte Salomon und ihr Großvater (ihre Großmutter hatte sich im März 1940 das Leben genommen) wurden im Lager Gurs interniert, kurze Zeit später jedoch wegen des hohen Alters des Großvaters wieder freigelassen.

 

Der Tod der Großmutter und das Erlebnis der Internierung versetzten Charlotte Salomon in eine tiefe Krise. Um die Ereignisse zu verarbeiten, begann sie auf Anraten eines Arztes wieder zu malen.

Zwischen 1940 und 1942 entstanden binnen 18 Monaten 1325 Gouachen in einem expressionistischen Stil. Etwa 800 Blätter im Format 32,5 x 25 cm hat Charlotte Salomon ausgewählt und nummeriert. Zusammen mit erläuternden Texten und Hinweisen auf Musikstücke erzählen sie unter dem Titel "Leben? Oder Theater?" ihr Leben. Das Werk ist in seinem Aufbau einem Theaterstück mit allen seinen Bestandteilen in Akten und Szenen vergleichbar.

 

Im Juni 1943 heiratete sie den österreichischen Emigranten Alexander Nagler. Nach der Besetzung Südfrankreichs durch deutsche Truppen 1943 wurden Charlotte Salomon und ihr Mann verraten und am 24. September in Nizza verhaftet. Am 27. September wurde das Ehepaar in das Sammellager Drancy bei Paris und am 7. Oktober in das Vernichtungslager Auschwitz  deportiert. Charlotte Salomon, im fünften Monat schwanger, wurde vermutlich sofort nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet. Ihr Ehemann starb später an den Folgen der unmenschlichen Haftbedingungen.

Charlotte Salomons Werk "Leben? Oder Theater? Ein Singspiel" hat die NS-Zeit überlebt. Ihr Vater und ihre Stiefmutter haben die Bilder dem Jüdischen Museum in Amsterdam übergeben. 1961 wurden sie zum ersten Mal öffentlich gezeigt. 1963 erschien der erste Bildband mit einer Auswahl ihrer Gouachen.

 

Eine Auswahl der Bilder wurde bereits mehrmals öffentlich ausgestellt. Das Singspiel diente als Vorlage für die Oper "Charlotte Salomon", die als Auftragswerk der Salzburger Festspiele am 28. Juli 2014 in einer Inszenierung von Luc Bondy aufgeführt wurde.

 

 

 

 

 

Wir schaffen was - wir schaffen das

Freiwilligentag am Samstag  17. September 2016  

Frankenthaler Bürger reinigen Stolperseine

Der Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal beteiligte sich am Freiwilligen- tag 2016 der Metropolregion Rhein-Neckar am Samstag, 17. September 2016. Von 11 bis 16 Uhr wurden die 78 in Frankenthal verlegten Stolpersteine gereinigt.

Stolpersteine nach der Verlegung

Zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus hat der Kölner Künstler Gunter Demnig (www.stolpersteine.com) im Jahr 2000 die Aktion "Stolpersteine" ins Leben gerufen. Vor Häusern, in denen Opfer der NS-Verfolgung gelebt haben, setzt Demnig kleine Betonquader in den Gehweg. Der Begriff "Stolperstein" ist im übertragenen Sinne gemeint: Menschen sollen auf etwas "gestoßen", aufmerksam gemacht werden. Ein kurzer Text, der in der Regel mit den Worten "Hier wohnte ..." beginnt, ist in eine ebenerdig aufgebrachte, zehn mal zehn Zentimeter kleine Messingplatte eingeschlagen.

 

Nach einiger Zeit verdunkeln sich die Stolpersteine. Die Schrift ist dann nur noch schwer lesbar.

Der Förderverein hat seit 2005 78 Stolpersteine verlegen lassen. Die Spenden, rund 8000 Euro, kamen alle von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Organisationen. Viele setzen sich mit dem Leben der Menschen auseinander. Mehrere Nachfahren nahmen an der Verlegung teil. Im Internet sind im Kapitel "Stolpersteine" alle Aktivitäten dokumentiert.

Da die Metalloberfläche der Steine nach einiger Zeit nachdunkelt, muss diese regelmäßig gereinigt werden, um lesbar zu bleiben.

 

Mitglieder des Fördervereins informierten an den jeweiligen Verlegeorten über das Leben der jüdischen Männer, Frauen und Kinder.

 

Kostenlose Führungen

Die Bahnhofstraße und Blick auf den Marktplatz um 1930

Der Förderverein für jüdisches Gedenken organisiert auf Anfrage kostenlose Führungen zu verschiedenen Themen: Geschichte der Juden in Frankenthal, Jüdische Geschäfte in der Innenstadt, Stolpersteine, Jüdische Friedhöfe, NS-Zeit in Frankenthal, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.

 

Setzen Sie sich mit dem Förderverein in Verbindung.

 

Neues Buch über Frankenthaler Juden

"Gegen das Vergessen!"

Stolpersteine geben den Menschen ihre Geschichte

Der Förderverein verlegte gemeinsam mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig bisher 61 Stolpersteine für jüdische Männer, Frauen und Kinder. Das Buch "Gegen das Vergessen!" erzählt auf 236 Seiten die Geschichten zu den Stolpersteinen. Es wurde bei der Gedenkveranstaltung zur "Reichskristallnacht" am 9. November 2015 vorgestellt.

 

Das Buch kann zurzeit nur beim Förderverein und im Erkenbert-Museum gekauft werden. Es kostet 12 Euro (Einführungspreis).

 

Schicken sie eine Nachricht per Post oder E-Mail (Adresse siehe links).

 

Das Buch kann auch als digitale Version verschickt werden.

 

17 weitere Stolpersteine

Verlegung am Mittwoch 16. März 2016

Speyerer  Straße und Vierlingstraße

Drei Schüler der Friedrich-Ebert-Realschule plus nahmen mit ihrem Lernpaten Burkhard Abel (Mitte) und Rektor Stephan Hirt (links) an der Verlegung der vier Steine für die Familie Meisel in der Speyerer Straße 48 teil.

 

Die 5. Stolpersteinverlegung des Fördervereins fand am 16. März 2016 statt. Gunter Demnig verlegte in der Speyerer Straße 48 vier Steine für die Familie Meisel.

 

In der Vierlingstraße 13 wurden vier Steine für die Familien Brunner, Rosenberg und für Ria Gümpel verlegt. Margot Hirschler wohnte in der Vierlingstraße15. Sie überlebte die Verfolgung durch ihre Flucht in die Schweiz. An die Familien Leva und Bodenheimer erinnern vor dem Haus Vierlingstraße 17 künftig acht Stolpersteine.

 

Bürgermeister Andreas Schwarz erinnerte in seiner Rede an die vielen Aktivitäten, mit denen man in Frankenthal an die Gräueltaten im Nationalsozialismus erinnert.

 

Die Herstellung und Verlegung eines Steines kostet 120 Euro. Der Förderverein für jüdisches Gedenken freut sich über jede Spende:

 

Sparkasse Rhein-Haardt – IBAN: DE27 5465 1240 0240 0247 78

Da die Metalloberfläche der Stolpersteine mit der Zeit dunkeln wird, muss man sie regelmäßig reinigen.

Wer aufmerksam durch die Frankenthaler Innenstadt geht und auf Stolpersteine achtet, stellt fest, dass das Metall einige Zeit nach der Verlegung dunkel wird. Die Schrift ist dann kaum noch zu lesen. Vor einigen Tagen hat die RHEINPFALZ über eine junge Frau berichtet, die von sich aus vier Stolpersteine in der Bahnhofstraße gereinigt hat. Der Förderverein freut sich über solche Eigeninitiativen. Schulklassen und interessierte Gruppen können die Reinigung mit einer Führung verbinden.

 

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Schulen

Projekte für politische Erziehung

In der Berufsbildenden Schule erzählte der Holocaust-Überlebende Paul Niedermann 2007 über seine Deportation nach Gurs in Südwestfrankreich und seine Rettung aus dem Lager.

 

Der Förderverein für jüdisches Gedenken organisiert seit über 20 Jahren Veranstaltungen zum Gedenken und Erinnern an die Ermordung der europäischen Juden, aber auch an die fast 2000 Jahre lange Geschichte der Juden in Deutschland.

 

"Nicht schon wieder Nationalsozialismus", klagt mancher Schüler. Der Förderverein kooperiert vor allem mit weiterführendenden Schulen. Neben Vorträgen, Filmen und Ausstellungen gibt es größere Projekte: Stolpersteine in Frankenthal, Baucamp auf den jüdischen Friedhöfen, Fahrten in das ehemalige Konzentrationslager Struthof im Elsass, Führungen zum jüdischen Leben in Frankenthal.

 

In den vergangenen Tagen hat der Förderverein verschiedene Aktivitäten mit Schulen durchgeführt. Über 50 Schülerinnen und Schüler der Schiller-Realschule fuhren in das ehemalige Konzentrationslager in Struthof im Elsass. Jugendliche des Instituts für Hören und Kommunikation (PIH) informierten sich über die Aktion Stolpersteine, über die "Reichskristallnacht" am 10. November 1938 und über das ehemalige Kriegsgefangenenlager auf dem Schützenplatz zwischen dem Schießgartenweg und der Straße Am Kanal.

 

Vor allem mit diesen aktuellen Aktivitäten bietet der Förderverein den Schulen ein optimales Angebot für das Kennenlernen der lokalen Geschichte.

 


Schülerinnen und Schüler der Schiller-Realschule besuchten am 5. November das ehemalige Konzentrationslager Stuthof im Elsass. Am Ehrenmal für die französichen Opfer legten sie Blumen nieder.

Kooperationen mit Schulen

Aktion Stolpersteine in Frankenthal

Karolinen-Gymnasium erinnert an Schülerinnen und Lehrerin

Stolpersteine für Doris Thea Samuel, Hannah Schottland und Liselotte Lina Blum.

Als erste Schule in Frankenthal verlegte das Karolinen-Gymnasium am 7. November 2013 Stolpersteine fünf ehemalige jüdische Schülerinnen und eine jüdische Lehrerin der früheren Karolinenschule.

 

44 Stolpersteine erinnern seit 2005 vor deren ehemaligen Häusern und

Wohnungen an das Schicksal jüdischer Menschen.

 

Stolpersteine für Dr. Margit Gutmann, Lotte Eva Adler und Edith Samuel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Menschenkette rund um das Karolinen-Gymnsium soll deutlich machen, dass hier künftig keine Schülerinnen und Lehrerinnen mehr ausgegrenzt werden. Das Gymnasium hat den Titel "Schule ohne Rasismus - Schule mit Courage".
Klassenfoto von 1938 Lehrerin Boshard, mit den jüdischen Schülerinnen Lotte Eva Adler (hintere Reihe 2. von rechts) und Edith Samuel (vordere Reihe 3. von rechts)

Das Karolinen-Gymnasium in der NS-Zeit

 

Bereits im Jahr 2005 stellte das Gymnasium eine Ausstellung über die NS-Zeit zusammen. Sie war in der Stadtbücherei zu sehen.

 

In einer Projekwoche im Schuljahr 2011/2012 wurde diese Ausstellung aktualisiert. Sie widmet sich nun verstärkt der Lebensgeschichte und dem Schicksal von Lotte, Hannah, Edith, Doris und Frau Dr. Gutmann. 

 

Internet www.karolinen-gymnasium-ft.de.

 

1883 wurde ein Neubau in der Karolinenstraße (rechts) mit einer Figurennische für eine Karolinenstatue eingeweiht.

1883 wurde ein Neubau in der Karolinenstraße mit einer Figurennische für die Karolinenstatue eingeweiht. Die ehemalige Schülerin Amalie Foltz hatte den Frankenthaler Künstler Philipp Perron mit der Schaffung dieser Statue beauftragt, beendet und aufgestellt wurde das Kunstwerk jedoch erst 1887.

 

1907 übernahm die Stadt Frankenthal die Verwaltung des Instituts, ab 1911 als "Städtische Höhere Töchterschule", ab 1917 wieder als Karolinen-Schule.

 

Während des zweiten Weltkrieges wurde das Schulgebäude 1943 bei einem Luftangriff zerstört. 1957 konnte der heutige Neubau am Röntgenplatz bezogen werden. Zwischenzeitlich war die Karolineschule ab 1950 als neusprachliches Progymnasium (bis zur mittleren Reife) geführt worden. Ab 1968 wurde es zum Gymnasium (bis zum Abitur) ausgebaut. Seit 1971 besuchen Jungen und Mädchen das Gymnasium.

 

Eine Ausstellung zeigte "Das Karolinen-Gymnasium in der NS-Zeit". Rechts die beiden verantwortlichen Lehrerinnen Anneli Langhans-Glatt und Irina Kalusa.

Menschenkette, Stolpersteine und Ausstellung

Fotos vom Aktionstag des Karolinen-Gymnasiums

Zeitzeugen in Schulen

Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland 2007 eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Zeitzeugen in Schulen vermittelt. Zeitzeugen gelingt es immer wieder, Interesse für die Zeitgeschichte zu entwickeln.

Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland 2007 eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Zeitzeugen in Schulen vermittelt. Zeitzeugen gelingt es immer wieder, Interesse für die Zeitgeschichte zu entwickeln. 

 

Auch der Förderverein sucht Zeitzeugen.

 

Karl Heinz Mehler, 1929 in Mannheim geboren, hat viele Veranstaltungen in Schulen besucht. Er wurde in der Hitlerjugend zum bekennenden Nationalsozialisten. Noch in den letzten Kriegstagen kämpfte er in Süddeutschland als 16-Jähriger gegen die französische Armee.

 

Nach der Gefangenschaft arbeitet er als "Zwangsarbeiter" auf einem Bauernhof bei Limoges in Südwestfrankreich und erfuhr aus Zeitungen zum ersten Mal, mit welcher Brutalität das NS-Regime in Konzentrationslagern und Arbeitslagern Menschen systematisch ermordet hatte.

 

Das menschliche und demokratische Verhalten des französische Bauern macht auch ihn zu einem aufrichtigen Menschen, der bis heute in Schulen über seine Zeit in der Hitlerjugend informiert.

 

Weitere Informationen zum Thema "Jugend in der NZ-Zeit" siehe im Kapitel "Frankenthal in der NS-Zeit".