Aktuelles aus Frankenthal

Fotos zum Vergrößern einmal anklicken !!

Kooperation mit der Volkshochschule Frankenthal 

Vorträge im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“

  

 

In einer Kooperation mit der Volkshochschule Frankenthal bietet der Förderverein für jüdisches Gedenken in den beiden Semestern im Frühjahr und im Herbst regelmäßig Vorträge zur Geschichte der Juden in Frankenthal an.

 

Im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit, die von den Gesellschaften für Christlich-jüdische Zusammenarbeit veranstaltet wird und vom 8. bis 10. März 2019 bundesweit stattfindet - das Jahresthema lautet: „Mensch, wo bist Du? Gemeinsam gegen Judenfeindschaft“ – finden drei Vorträge statt.

 

Die jüdische Familie Schweitzer von 1877 bis 2019 

Das Foto aus dem Jahr 1900 zeigt Isaac und Isabella Schweitzer und ihre Kinder (v.l.n.r.): Fred (Siegfried, 13 Jahre), Karl (21), Maximillian (6) Isabella and Isaac (44 and 55), Selma (19), Anna (16), Hortense (20), Lucia (3), Hugo (18), Heinrich (8).

 

Dienstag 12. März 2019

19 Uhr

VHS-Bildungszentrum

Schlossergasse 10

 

Die jüdische Familie Schweitzer von 1877 bis 2019

 

Referent: Werner Schäfer

Eintritt frei

 

Im Januar 1877 übernahmen die jüdischen Kaufleute Isaac Schweitzer und Hermann Wertheimer ein Geschäft für Stoffe und Kurzwaren am Frankenthaler Marktplatz. Im Januar 1881 kauften sie ein Geschäfts- und Wohnhaus an der Ecke Bahnhofstraße/Marktplatz. Das Kaufhaus Schweitzer und Wertheimer entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Handelsunternehmen in Frankenthal. Isaac Schweitzer und Isabella Schweitzer hatten elf Kinder, die alle in Frankenthal geboren wurden.

Der Referent steht seit Jahren mit einem Nachkommen der Familie in ständiger Verbindung. Aufgrund der vielen Briefe, Dokumente und Fotos, die er erhalten hat, kann er die Geschichte der zahlreichen Mitglieder von 1877 bis heute anschaulich und differenziert darstellen.

 

Schulen ohne Rassismus 

Für Demokratie und Courage 

Rüdiger Stein (links) ist Pate des Projektes "Schule ohne Rassismus" für die Friedrich-Ebert-Realschule plus. Schulleiter Stephan Hirt übergab ihm am 7. April 2011 die Urkunde.

 

Mittwoch 27. März 2019

19 Uhr

VHS-Bildungszentrum

Schlossergasse 10

 

Schulen ohne Rassismus – für Demokratie und Courage

 

Referent: Rüdiger Stein (Foto links)

Eintritt frei

 

Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-jüdische Zusammenarbeit vergibt im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit 2019 die Buber-Rosenzweig-Medaille an das Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC) als Auszeichnung für die 20-jährige Arbeit der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter, die sich für mehr Zivilcourage und ein demokratisches Miteinander in unserer Gesellschaft einsetzen. 

 

Die Projekte des Netzwerks bearbeiten Themen wie Diskriminierung, Rassismus, Flucht, Asyl, und Antisemitismus. Sie wollen Kinder und Jugendlichen zu mehr Zivilcourage und demokratischem Handeln ermutigen.

 

Der Referent ist Mitglied des Netzwerks für die Region um Frankenthal. Außerdem ist er Pate für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der Friedrich-Ebert-Realschule plus. Bei diesem Projekt müssen sich mindestens 70 Prozent aller Menschen, die in einer Schule lernen und arbeiten, mit ihrer Unterschrift verpflichten, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule einzutreten, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekte und Aktionen zum Thema durchzuführen. Fast alle weiterführenden Schulen in Frankenthal sind inzwischen „Schulen ohne Rassismus“.

 

 

Rabbiner und Kantoren in Frankenthal

von konservativ bis liberal

Die Familie des Kantors Heinrich Schottland.

Dienstag 9. April 2019

(geänderter Termin!!)

19 Uhr

VHS-Bildungszentrum

Schlossergasse 10

 

Rabbiner und Kantoren in Frankenthal - von konservativ bis liberal

 

Referent Herbert Baum

Eintritt frei

 

Rabbiner und Kantoren sind wichtige hauptamtliche Mitglieder einer jüdischen Gemeinde. Sie begleiten und beraten die Menschen in den Gottesdiensten, bei religiösen Festen und im Alltag. Als Rabbiner in Frankenthal dienten Aron Cohen, Dr. Adolf Salvendi und Dr. Ernst Steckelmacher, der im März 1943 im Vernichtungslager Majdanek ermordet wurde. Außerdem gab es die Kantoren Isaak Singer, Lazarus Levi, Emil Straus und Heinrich Schottland, der 1938 mit seiner Frau und den vier Kindern in die USA flüchten konnte.

 

Der Referent geht auch auf die verschiedenen religiöse Strömungen im Judentum ein. Die Jüdische Gemeinde in Frankenthal wird um die Jahrhundertwende (1900) als eine liberale Gemeinde beschrieben.

 

Alle Vorträge werden mit zahlreichen Fotos illustriert.

 

 

Ausstellung und Stolpersteine für Juristen 

11. und 12. April 2019

Vom 11. April bis 24. Mai 2019 zeigt das Landgericht Frankenthal in Zusammenarbeit mit den örtlichen Anwaltsvereinen die Ausstellung „Anwalt ohne Recht – Schicksale jüdischer Anwälte in Deutschland nach 1933“.

 

Die Eröffnung findet am Donnerstag, 11. April 2019, 18 Uhr, im großen Sitzungssaal des Landgerichts in der Bahnhofstraße statt.

 

Am Freitag, 12. April 2019, 16 Uhr, verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig weitere neun Stolpersteine zur Erinnerung an die verfolgten jüdischen Juristen aus Frankenthal. Bisher gibt es in Frankenthal bereits 78 Stolpersteine.

 

 

 

 

 

 

250 Jahre Juden in Frankenthal 

Drei Führungen am Sonntag 5. Mai 2019

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte bisher 78 Stolpersteine in Frankenthal.

Frankenthal erinnert in diesem Jahr an die Gründung des Erkenbert-Klosters vor 900 Jahren. Das Kloster und die damit verbundenen Aktivitäten haben die Entwicklung der Stadt in verschiedenen Phasen maßgeblich beeinflusst.

 

Hätte man in Frankenthal den Juden die Ansiedlung früher erlaubt und hätte man sie nicht ab 1933 ausgegrenzt, zur Flucht gezwungen oder ermordet, dann könnte man in diesem Jahr auch an rund 250 Jahre jüdisches Leben erinnern. Um 1770 durften sich die ersten Juden in Frankenthal ansiedeln. Heute leben wieder rund 50 Juden in Frankenthal.

 

Mit drei Führungen erinnert der Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal an die Geschichte der Juden in Frankenthal.

 

Führung zum Thema Stolpersteine in Frankenthal

Referent: Rüdiger Stein

Sonntag, 5. Mai 2019

11 Uhr

Treffpunkt vor der Zwölf-Apostel-Kirche

Carl-Theodor-Straße

 

Führung über die beiden jüdischen Friedhöfe

Referent: Werner Schäfer

Sonntag, 5. Mai 2019

15 Uhr

Treffpunkt ist vor der Trauerhalle des Städtischen Friedhofs

Eingang Wormser Straße

Bei Dauerregen gibt es einen Bild-Vortrag in der Trauerhalle

 

Führung Juden in Frankenthal

Referent: Herbert Baum

Sonntag, 5. Mai 2019

17 Uhr

Treffpunkt Gedenkplatz (Spielplatz) Glockengasse

 

Alle Führungen sind kostenfrei

 

Oppenheimer Synagoge als 3D-Animation

Die 1938 zerstörte, letzte Synagoge der Stadt Oppenheim hat der Architekt Heribert Hamann in mühevoller Spurensuche als 3D-Modell rekonstruiert, auch mit Hilfe zweier Zeitzeugen.

Die 1938 zerstörte, letzte Synagoge der Stadt Oppenheim hat der Architekt Prof. Heribert Hamann in mühevoller Spurensuche als 3D-Modell rekonstruiert, auch mit Hilfe zweier Zeitzeugen.

 

 

 

 

 

 

 

https://www.swr.de/landesschau-rp/80-jahre-progromnacht-am-9-oppenheimer-synagoge-als-3d-animation/-/id=122144/did=22748508/nid=122144/f0ud7y/index.html

 

 

Förderverein reinigte Stolpersteine

In Frankenthal wurden seit 2005 78 Stolpersteine zur Erinnerung an jüdische Frauen, Männer und Kinder verlegt. Da das Metall mit der Zeit nachdunkelt und die Schrift schwerer lesbar wir, muss es regelmäßig gereinigt werden. Drei Generationen waren aktiv.

 

Der Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal beteiligte sich am Freiwilligentag "Wir schaffen was" der Metropolregion Rhein-Neckar am

15. September 2018. Von 11 bis 13 Uhr wurden in der Frankenthaler Innenstadt Stolpersteine gereinigt. Die jüngste Mitarbeiterin war fast fünf Jahre alt. Von der Ahmadiyya Jugend Frankenthal beteiligten sich fünf Mitglieder. Interessant waren die vielen Gespräche, die sich bei der Reinigungsaktion mit Hausbewohnern und Passanten ergaben. Zum Abschluss gab es Eis und Kaffee in der Bahnhofstraße.

 

In Frankenthal wurden seit 2005 78 Stolpersteine zur Erinnerung an jüdische Frauen, Männer und Kinder verlegt. Da das Metall mit der Zeit nachdunkelt und die Schrift schwerer lesbar wir, muss es regelmäßig gereinigt werden.

Vortrag über Rechtsrock

Rund 300 Schülerinnen und Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums und der Augustin-Violet-Schule (PIH) hörten den Vortrag von Timo Büchner.

 

Bei der Verleihung des Musikpreises "Echo" gab es vor einigen Wochen eine Kontroverse um die Auszeichnung für ein Rap-Album. Den umstrittenen Rappern Kollegah und Farid Bang wurde Gewaltverherrlichung, Frauenfeindlichkeit und auch Antisemitismus vorgeworfen. Die Kritik richtet sich besondere gegen die Textzeilen "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow".

 

Mit zwei Vorträgen griff der Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal die Kontroverse auf. Am 15. August diskutierte der Buchautor Timo Büchner morgens in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums mit Schülern des Gymnasiums und der Augustin-Violet-Schule (PIH). Abends wiederholt der Autor seinen Vortrag mit dem Thema „Weltbürgertum statt Vaterland: Antisemitismus im Rechtsrock“ im Lesecafé der Stadtbücherei Frankenthal. Auch hier war das Interesse groß.

 

Rechtsrock ist die Einstiegsdroge Nr. 1 in die Neonazi-Szene - die Inhalte extrem rechter Musik begeistern vor allem junge Menschen. Timo Büchner zeigte anhand von Liedtexten, wie antisemitische Bilder und Stereotype in ihnen verschlüsselt werden.

 

Timo Büchner studierte Politik, Soziologie, European Studies und Jüdische Studien in Heidelberg und Hong Kong. Er steht nach seinem Vortrag für eine Diskussion zur Verfügung.

 

Kooperationspartner der Vorträge waren der Förderverein, die Stadtbücherei und Dieter Burgard, der Beauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz. „Wir wollen dazu beitragen, dass sich Antisemitismus in Rheinland-Pfalz gar nicht erst weiterentwickelt und klare Kante zeigen,“ beschreibt er seine künftige Arbeit. Es sei nicht hinzunehmen, dass es immer mehr antisemitische Delikte gebe. Der frühere Bürgerbeauftragte und Polizeibeauftragte will Maßnahmen der Antisemitismusbekämpfung und -prävention ressortübergreifend koordinieren.

 

Seit 2001 ist Dieter Burgard Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit, in der neben dem Frankenthaler Förderverein über 60 Organisationen, Vereine und Arbeits- gemeinschaften aktiv sind.

 

Stadtführung "Juden in Frankenthal" mit einer Klasse des Karolinen-Gymnasiums

  

Am Gedenkplatz für die frühere Synagoge gab Herbert Baum vom Förderverein einen Überblick über die Entwicklung der jüdischen Gemeinde. Eine Fotomappe illustrierte das Stadtleben in den vergangenen Jahrhunderten.

 

Der Förderverein informierte bei einer Stadtführung für eine Klasse des Karolinen-Gymnasiums am 18. April 2018 über das jüdische Leben in Frankenthal. Rund 25 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrerin Karin Reißer-Mahla, Leiterin Sekundarstufe I, hörten zwei Stunden lang den Informationen von Herbert Baum und Werner Schäfer konzentriert zu. Mit Fotomappen konnten sie die Situation der vergangenen Jahrhunderte konkret nachvollziehen.

 

Wo heute die beiden Gymnasien stehen, befand sich bis 1945 die Heil- und Pflegeanstalt mit ihren zahlreichen Gebäuden und den Gartenanlagen.

 

In der Karolinenstraße lernten die Schüler mehr über die Geschichte der Karolinenschule bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Im Gehsteig erinnern heute sechs Stolpersteine an jüdische Schülerinnen und eine jüdische Lehrerin. In unmittelbarer Nachbarschaft steht das frühere Haus der jüdischen Familie Kaufmann, die hier eine Brantwein-Handlung besaßen.

 

Auf dem Rathausplatz erinnerte Herbert Baum an die Zeit des Nationalsozialismus in Frankenthal.

 

Wo heute an der Ecke Rathausplatz und Bahnhofstraße ein großes Geschäfts- und Wohnhaus steht, lebte bis 1940 die jüdische Familie Schweitzer. Werner Schäfer, der seit einigen Jahren Kontakte zu Nachfahren in New York hält, informierte über das Leben der Familie in Frankenthal.

 

In der Schlossergasse, wo braune Steine im Gehweg den Verlauf des früheren Fuchsbachs anzeigen, erläuterte Herbert Baum die Funktion einer Mikwe, das jüdische Ritualbad vor allem für Frauen. Das Wasser einer Mikwe muss aus fließendem Grundwasser stammen oder aus einem Bach.

 

In der Glockengasse stand bis 1952 die Synagoge. Hier erläutert Herbert Baum die Geschichte der Juden in Frankenthal. Um 1785 gab es bereits eine jüdische Gemeinde mit einem Gemeindevorstand. Zwar hatten SA-Mitglieder in der sogenannten Reichskristallnacht am 10. November 1938 im Innern der Synagoge einen Brand entfacht. Dieser wurde jedoch von der verständigten Feuerwehr gelöscht. Die Synagoge wurde 1943 durch Bomben zerstört.

 

Der alte jüdische Friedhof mit dem ältesten Grabstein aus dem Jahr 1826 gibt einen Einblick in die jüdische Begräbniskultur.

Werner Schäfer informierte auf dem alten jüdischen Friedhof, der seit 1826 besteht, über die jüdische Begräbniskultur. Außerdem erläuterterte er die Herkunft der kleinen Grabsteine, die an gestorbene, in der NS-Zeit nach Frankenthal verschleppte Zwangsarbeiter aus osteuropäischen Ländern erinnern. Auf dem neuen jüdischen Friedhof werden heute wieder Juden beerdigt, die aus der früheren Sowjetunion stammen und seit 1990 in Frankenthal gelebt haben.

 

Filmveranstaltung "Die Unsichtbaren"

Zum Nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Zum Nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus zeigte der Förderverein auch 2019 einen Film für alle weiterführenden Schulen.

 

Am Montag, 28. Januar 2019, 10.30 Uhr, läuft im Lux-Kino in der August-Bebel-Straße der Film DIE UNSICHTBAREN (106 Minuten). Eventuell wird der Film auch im Rahmen der Filmalternative um 17.30 und 20 Uhr gezeigt.

 

Zu den Schulveranstaltung kommen zwischen 120 und 250 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern. 

 

Zum Film:

 

Am 18. Februar 1943 schrieb Joseph Goebbels, Hitlers Propaganda-minister, in sein Tagebuch: „Ich habe mir zum Ziel gesetzt bis Mitte, spätestens Ende März, Berlin gänzlich judenfrei zu machen.“ Dies ist Goebbels bis zu seinem Selbstmord am 1. Mai 1945, eine Woche vor der Kapitulation der Wehrmacht, nicht gelungen.

 

Zwischen 1941 und 1945 haben mehr als 7.000 Jüdinnen und Juden versucht, in der deutschen Hauptstadt im Versteck zu überleben. Nur etwa 1.500 Menschen haben es geschafft, die meisten mit der mutigen Hilfe von Nicht-Juden.

 

Oft ist es pures Glück und jugendliche Unbekümmertheit, die sie vor dem gefürchteten Zugriff der Gestapo bewahrt. Nur wenige Vertraute wissen von ihrer wahren Identität.

 

Da ist Cioma Schönhaus, der heimlich Pässe fälscht und so das Leben dutzender anderer Verfolgter zu retten versucht. Die junge Hanny Lévy blondiert sich die Haare, um als scheinbare Arierin unerkannt über den Ku’damm spazieren zu können. Eugen Friede verteilt nachts im Widerstand Flugblätter. Tagsüber versteckt er sich in der Uniform der Hitlerjugend und im Schoße einer deutschen Familie. Und schließlich ist

da noch Ruth Gumpel, die als Kriegswitwe getarnt, NS-Offizieren Schwarzmarkt-Delikatessen serviert. Sie alle kämpfen für ein Leben in Freiheit, ohne wirklich frei zu sein...

 

DIE UNSICHTBAREN ist ein außergewöhnliches Drama, dessen Dreh- buch zum Teil auf Interviews mit Zeitzeugen basiert. Die chronologische Erzählung bleibt spannend bis zur Befreiung der Überlebenden. Viele Helfer werden jedoch ermordet. Zahlreiche Filmszenen zeigen den Alltag der Menschen in Berlin: Die grausamen Täter und die vielen Opfer in der Bevölkerung.

 

"Leben? Oder Theater? "

Das Leben der Charlotte Salomon

Selbstportrait von Charlotte Salomon

In einem gut besuchten Vortrag am 9. November 2017 informierte Herbert Baum vom Förderverein für jüdisches Gedenken an Charlotte Salomon.

 

Die in Frankenthal geborene bekannte Sängerin Paula Levi-Lindberg heiratet 1930 den Berliner Arzt Albert Salomon. Als Stiefmutter kümmert sie sich auch um dessen Tochter Charlotte. Das 13jährige Mädchen leidet unter den bisherigen Familienverhältnissen. Ihre Mutter und deren Schwester haben sich selbst getötet. In der Jugendphase ist sie den Auswirkungen der NS-Diktatur ausgesetzt. 1939 flüchtet sie zu ihren Großeltern nach Südfrankreich. Dort erlebt sie die Selbsttötung der Großmutter und die Internierung im Lager Gurs. Bevor sie an ihrem Leben verzweifelt, zieht sie sich zurück und malt innerhalb von zwei Jahren rund 1300 Kunstwerke, in denen sie sich mit ihrem bisherigen Leben auseinandersetzt: "Leben? oder Theater?" (Das Foto zeigt ein Selbstporträt von Charlotte Salomon im Jahr 1940). Sie heiratet und wird schwanger. 1943 wird sie im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Ihr künstlerisches Lebenswerk blieb erhalten.

 

Der Vortrag beschrieb das Leben Charlottes anhand ausgewählter Werke aus ihrem Nachlass. Im Buchhandel gibt es mehrere Darstellungen zum Leben und Werk von Charlotte Salomon.

 

Lazarus Levi, Paula Levi-Lindberg und Charlotte Salomon

Die berühmte Sängerin Paula Salomon-Lindberg

Das Grab von Lazarus und Sophie Levi auf dem neuen jüdischen Friedhof Frankenthal

Im Internet kann man bei Wikipedia folgende Informationen nachlesen: "Die berühmte Sängerin Paula Salomon-Lindberg wurde am 21. Dezember 1897 in Frankenthal als Paula Levi geboren. Ihr Vater war der jüdische Religionslehrer und Kantor Lazarus Levi, der als Sänger einen besonderen Ruf weit über Frankenthal hinaus hatte. Er wurde am 16. Juli 1862 in Eckardroth geboren und kam 1896 nach Frankenthal, das damals zu Bayern gehörte. Lazarus Levi starb am 17. November 1919, seine Ehefrau am 26. November 1930, beide in Frankenthal. Das Grab auf dem neuen Judenfriedhof in Frankenthal ist heute noch erhalten." Die Familie wohnte in der Karolinenstraße 7.

 

Lazarus und Sophie Levi

Anlässlisch des Todes von Lazarus Levi schreibt die Frankenthaler Zeitung am Dienstag, 18. November 1919, über Kantor Levi: "Der Kantor und Religionslehrer der hiesigen israelitischen Gemeinde, Herr Lazarus Levi, ist am Sonntag nach langem Leiden gestorben. Herr Levi hat hier 22 Jahre amtiert und sich die Hochachtung aller Kreise erworben, die seinen Tod aufrichtig beklagen. Er stammte aus Unterfranken, wo er in Eckardroth 1862 geboren war. Seinen Studien oblag er an mehreren bayerischen Lehrerseminaren. 1896 kam er als Religionslehrer und Kantor nach Frankenthal, wo er seitdem wirkte, bis er im vergangenen Jahr wegen Krankheit in den Ruhestand treten mußte. Im Jahr 1897 verheiratete er sich mit Sophie Mayer, der Tochter des Herrn Jakob Mayer. Die israelitische Gemeinde verliert in ihm eines ihrer rührigsten Mitglieder, einen eifrigen Förderer ihres Vereinswesens und Gesanges. Als Sänger genoß Herr Levi besonderen Ruf weit über die Stadt hinaus."

Ein Jugendporträt von Paula Levi

Erst nach dem Tod ihres Vaters konnte Paula Levi ihren Wunsch verwirklichen, Sängerin zu werden.

 

Ihre Ausbildung erhielt Paula hauptsächlich in Mannheim und Berlin durch Julius von Raatz-Brockmann. Sie wurde in den 1920er Jahren unter dem Namen Paula Lindberg bekannt und trat hauptsächlich in Werken der Barockzeit auf, aber auch in moderneren Werken. Zwischen 1930 und 1933 sang sie die Altpartien bei den Aufführungen der Bach-Kantaten in der Leipziger Thomaskirche.

 

 

 

 

 

 

 

 

Paula Salomon-Lindberg

Am 4. September 1930 heiratete Paula Lindberg mit 32 Jahren in Frankenthal den Chirurgen Albert Salomon (1883–1976) und nannte sich Paula Salomon-Lindberg. Nach Auftrittsverboten 1933 sang sie noch bis 1937 für den Jüdischen Kulturbund Berlin. 1939 floh sie mit ihrem Mann nach Amsterdam, wo beide 1943 im Konzentrationslager Westerbork interniert wurden, später aber flüchten und die Besatzungszeit bis 1944 versteckt überleben konnten.

 

Nach dem Krieg lebte Paula Lindberg-Salomon in den Niederlanden. Sie setzte dort ihre künstlerische Laufbahn mit großem Erfolg fort. Sie starb am 17. April 2000 in Amsterdam.

 

Interview mit Paula Salomon-Lindberg und Albert Salomon für das Pariser Journal 1963. Sie sprechen vor allem über Charlotte Salomon.

 

Wegen ihrer Flucht aus Berlin mussten Paula Salomon-Lindberg und Albert Salomon fast alle privaten Sachen zurücklassen. Was sie noch hatten, verloren sie durch die Internierung im Konzentrationslager Westerbork. Charlotte Salomon nahm drei Schallplatten mit zu ihren Großeltern nach Südfrankreich.

 

Charlotte Salomon mit ihrem Vater Albert Salomon

Charlotte Salomon wurde als Tochter des Chirurgen Professor Albert Salomon (1883–1976) und seiner Frau Franziska, geb. Grunwald (1890–1926), in eine liberale jüdische Familie geboren. Sie wuchs in einem bürgerlichen Umfeld in Berlin-Charlottenburg auf.

 

Nach dem Suizid ihrer Mutter 1926 heiratete ihr Vater 1930 die Konzertsängerin Paula Lindberg.

 

Charlotte verließ das Fürstin-Bismarck-Gymnasium 1933, ein Jahr vor dem Abitur, um den antisemitischen Anfeindungen zu entgehen, die dort immer mehr zur Tagesordnung gehörten.

 

Ab Wintersemester 1935/36 war sie Studentin an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst. Nachdem ihr bei einem Wettbewerb der Kunsthochschule der erste Platz, der ihr von der Jury zuerkannt werden sollte, wegen ihrer jüdischen Herkunft versagt wurde, verließ sie die Hochschule im Herbst 1937.

Charlotte mit ihren Großeltern in Südfrankreich

Im Januar 1939 emigrierte Charlotte Salomon nach Frankreich. Dort lebte sie in Villefranche-sur-Mer bei Nizza bei ihren Großeltern.

 

Charlotte Salomon und ihr Großvater (ihre Großmutter hatte sich im März 1940 das Leben genommen) wurden im Lager Gurs interniert, kurze Zeit später jedoch wegen des hohen Alters des Großvaters wieder freigelassen.

 

Der Tod der Großmutter und das Erlebnis der Internierung versetzten Charlotte Salomon in eine tiefe Krise. Um die Ereignisse zu verarbeiten, begann sie auf Anraten eines Arztes wieder zu malen.

Zwischen 1940 und 1942 entstanden binnen 18 Monaten 1325 Gouachen in einem expressionistischen Stil. Etwa 800 Blätter im Format 32,5 x 25 cm hat Charlotte Salomon ausgewählt und nummeriert. Zusammen mit erläuternden Texten und Hinweisen auf Musikstücke erzählen sie unter dem Titel "Leben? Oder Theater?" ihr Leben. Das Werk ist in seinem Aufbau einem Theaterstück mit allen seinen Bestandteilen in Akten und Szenen vergleichbar.

 

Im Juni 1943 heiratete sie den österreichischen Emigranten Alexander Nagler. Nach der Besetzung Südfrankreichs durch deutsche Truppen 1943 wurden Charlotte Salomon und ihr Mann verraten und am 24. September in Nizza verhaftet. Am 27. September wurde das Ehepaar in das Sammellager Drancy bei Paris und am 7. Oktober in das Vernichtungslager Auschwitz  deportiert. Charlotte Salomon, im fünften Monat schwanger, wurde vermutlich sofort nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet. Ihr Ehemann starb später an den Folgen der unmenschlichen Haftbedingungen.

Charlotte Salomons Werk "Leben? Oder Theater? Ein Singspiel" hat die NS-Zeit überlebt. Ihr Vater und ihre Stiefmutter haben die Bilder dem Jüdischen Museum in Amsterdam übergeben. 1961 wurden sie zum ersten Mal öffentlich gezeigt. 1963 erschien der erste Bildband mit einer Auswahl ihrer Gouachen.

 

Eine Auswahl der Bilder wurde bereits mehrmals öffentlich ausgestellt. Das Singspiel diente als Vorlage für die Oper "Charlotte Salomon", die als Auftragswerk der Salzburger Festspiele am 28. Juli 2014 in einer Inszenierung von Luc Bondy aufgeführt wurde.

 

 

 

 

 

Wir schaffen was - auch im September 2018

Reingung der Stolpersteine in Frankenthal

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Stolpersteine nach der Verlegung

Zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus hat der Kölner Künstler Gunter Demnig (www.stolpersteine.com) im Jahr 2000 die Aktion "Stolpersteine" ins Leben gerufen. Vor Häusern, in denen Opfer der NS-Verfolgung gelebt haben, setzt Demnig kleine Betonquader in den Gehweg. Der Begriff "Stolperstein" ist im übertragenen Sinne gemeint: Menschen sollen auf etwas "gestoßen", aufmerksam gemacht werden. Ein kurzer Text, der in der Regel mit den Worten "Hier wohnte ..." beginnt, ist in eine ebenerdig aufgebrachte, zehn mal zehn Zentimeter kleine Messingplatte eingeschlagen.

 

Nach einiger Zeit verdunkeln sich die Stolpersteine. Die Schrift ist dann nur noch schwer lesbar.

Der Förderverein hat seit 2005 78 Stolpersteine verlegen lassen. Die Spenden, rund 8000 Euro, kamen alle von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Organisationen. Viele setzen sich mit dem Leben der Menschen auseinander. Mehrere Nachfahren nahmen an der Verlegung teil. Im Internet sind im Kapitel "Stolpersteine" alle Aktivitäten dokumentiert.

Da die Metalloberfläche der Steine nach einiger Zeit nachdunkelt, muss diese regelmäßig gereinigt werden, um lesbar zu bleiben. Der Förderverein wird sich auch im September 2018 an der Aktion "Wir schaffen was" der Metropolregion Rhein-Neckar beteiligen.

 

Mitglieder des Fördervereins informierten an den jeweiligen Verlegeorten über das Leben der jüdischen Männer, Frauen und Kinder.

 

Kostenlose Führungen

Die Bahnhofstraße und Blick auf den Marktplatz um 1930

Der Förderverein für jüdisches Gedenken organisiert auf Anfrage kostenlose Führungen zu verschiedenen Themen: Geschichte der Juden in Frankenthal, Jüdische Geschäfte in der Innenstadt, Stolpersteine, Jüdische Friedhöfe, NS-Zeit in Frankenthal, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.

 

Setzen Sie sich mit dem Förderverein in Verbindung.

 

Neues Buch über Frankenthaler Juden

"Gegen das Vergessen!"

Stolpersteine geben den Menschen ihre Geschichte

Der Förderverein verlegte gemeinsam mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig bisher 61 Stolpersteine für jüdische Männer, Frauen und Kinder. Das Buch "Gegen das Vergessen!" erzählt auf 236 Seiten die Geschichten zu den Stolpersteinen. Es wurde bei der Gedenkveranstaltung zur "Reichskristallnacht" am 9. November 2015 vorgestellt.

 

Das Buch kann zurzeit nur beim Förderverein und im Erkenbert-Museum gekauft werden. Es kostet 12 Euro (Einführungspreis).

 

Schicken sie eine Nachricht per Post oder E-Mail (Adresse siehe links).

 

Das Buch kann auch als digitale Version verschickt werden.

 

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Schulen

Projekte für politische Erziehung

In der Berufsbildenden Schule erzählte der Holocaust-Überlebende Paul Niedermann 2007 über seine Deportation nach Gurs in Südwestfrankreich und seine Rettung aus dem Lager.

 

Der Förderverein für jüdisches Gedenken organisiert seit über 20 Jahren Veranstaltungen zum Gedenken und Erinnern an die Ermordung der europäischen Juden, aber auch an die fast 2000 Jahre lange Geschichte der Juden in Deutschland.

 

"Nicht schon wieder Nationalsozialismus", klagt mancher Schüler. Der Förderverein kooperiert vor allem mit weiterführendenden Schulen. Neben Vorträgen, Filmen und Ausstellungen gibt es größere Projekte: Stolpersteine in Frankenthal, Baucamp auf den jüdischen Friedhöfen, Fahrten in das ehemalige Konzentrationslager Struthof im Elsass, Führungen zum jüdischen Leben in Frankenthal.

 

In den vergangenen Tagen hat der Förderverein verschiedene Aktivitäten mit Schulen durchgeführt. Über 50 Schülerinnen und Schüler der Schiller-Realschule fuhren in das ehemalige Konzentrationslager in Struthof im Elsass. Jugendliche des Instituts für Hören und Kommunikation (PIH) informierten sich über die Aktion Stolpersteine, über die "Reichskristallnacht" am 10. November 1938 und über das ehemalige Kriegsgefangenenlager auf dem Schützenplatz zwischen dem Schießgartenweg und der Straße Am Kanal.

 

Vor allem mit diesen aktuellen Aktivitäten bietet der Förderverein den Schulen ein optimales Angebot für das Kennenlernen der lokalen Geschichte.

 


Schülerinnen und Schüler der Schiller-Realschule besuchten am 5. November das ehemalige Konzentrationslager Stuthof im Elsass. Am Ehrenmal für die französichen Opfer legten sie Blumen nieder.

Kooperationen mit Schulen

Eine Menschenkette rund um das Karolinen-Gymnsium soll deutlich machen, dass hier künftig keine Schülerinnen und Lehrerinnen mehr ausgegrenzt werden. Das Gymnasium hat den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

Menschenkette, Stolpersteine und Ausstellung

Fotos vom Aktionstag des Karolinen-Gymnasiums

Zeitzeugen in Schulen

Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland 2007 eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Zeitzeugen in Schulen vermittelt. Zeitzeugen gelingt es immer wieder, Interesse für die Zeitgeschichte zu entwickeln.

Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland 2007 eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Zeitzeugen in Schulen vermittelt. Zeitzeugen gelingt es immer wieder, Interesse für die Zeitgeschichte zu entwickeln. 

 

Auch der Förderverein sucht Zeitzeugen.

 

 

 

Weitere Informationen zum Thema "Jugend in der NZ-Zeit" siehe im Kapitel "Frankenthal in der NS-Zeit".